Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

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Adolf Last,

ist die in diesem Passus gebrauchte Redewendung zweifellos
gutes Latein. So heißt es in kl an tu 8 Mostellaria V 1, 48
bis 50 (1097—1099).
Scies:
Quia enim id maxume volo, illi ut istoc confugiunt, sine:
Tanto apud iudicem hunc argenti condemnabo facilius.
Auch spricht es nicht gegen die Versteigerung durch einen
Auktionator, daß es im 1. 2 § 9 D. pro empt. 41, 3 (Paulus
664) heißt: Procuratorem quoque, qui ex auctione, quam
mandatu domini facit, emerit. . .1). Denn „auctionem
facere“ kann auch heißen: eine Versteigerung veranstalten.
So ist es wohl zu verstehen, wenn der ältere Cato de re
rust. c. II dem Gutsherrn rät: Auctionem uti faciat . . .
Patrem familias vendacem, non emacem esse oportet.
Das kann sich sowohl auf den Gutsherrn, der selbst die Ver-
steigerung leitet, als auch auf den, der sie durch einen anderen
leiten läßt, beziehen.
Nach Pernice betrifft also 1. 2 § 8 cit. den Ankauf
von Mündelgut durch den Vormund bei einem berechtigten
Dritten, also einen Fall analog dem in 1. 5 § 2, 1. 6 D.
26, 82) erwähnten Ankauf beim Mitvormund. Wäre diese
Ansicht richtig, dann wäre sie eine Bestätigung des oben Ge-
sagten, nämlich daß das römische Recht eine Ausnahme von
der Unzulässigkeit des Selbstkontrahierens eines Kaufes nicht
anerkenne 3).
Allein gegen die Richtigkeit der Ansicht Pernices walten
schwerwiegende Bedenken ob. Zunächst ist es unrichtig, daß
der Vormund, wenn er eine Versteigerung veranstaltete, des
1) Worauf z. B. Hupka a. a. O. 325 hinweist; siehe auch
Karlowa, Römische Rechtsgeschichte 2, 630.
2) Siehe oben S. 265 f., 268.
3) Siehe oben S. 192 bei Anm. 5f.

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