Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

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Adolf Last,

wendig ergebe. Diese Ansicht steht im Widerspruch mit den
Anfangsworten des § 2, die jedes Selbstkontrahieren ohne
Ausnahme für unzulässig erklären. Hier liegt überall der
Nachdruck auf der Mitwirkung des Mitvormunds *), eines be-
rechtigten Dritten, mit dem der Vormund kontrahieren kann.
Dies geht auch aus § 4 hervor: Sed et si creditor pupilli
distrahat, aeque emere bona fide poterit . . . und das
war schon die Meinung des Pomponius, wie sich ergibt aus
1. 6 eod. (Pomponius 649):
Tutores, quibus administratio decreta non esset,
tamquam extraneos recte a pupillo emere placet.
In diesem Sinne ist auch zu verstehen
1. 34 §7 D. de contr. empt. 18, 1 (Paulus 506):
Tutor rem pupilli emere non potest: idemque por-
rigendum est ad similia, id est ad curatores procuratores
et qui negotia aliena gerunt.
Ebenso 1. 5 C. de contr. empt. 4, 38 (Diocl. et Maxim.
293):
Cum ipse tutor nihil ex bonis pupilli quae distrahi
possunt comparare palam et bona fide prohibetur, multo
magis uxor eius hoc facere potest.
Auch hier ist das emere des Vormunds auf a se zu
beschränken. Das ergibt sich schon daraus, daß der Vormund
in 1. 34 § 7 cit. denen, qui negotia aliena gerunt, gleich-
gestellt ist. Denn diesen kann doch nicht der Ankauf von
Sachen der von ihnen Vertretenen schlechthin untersagt sein1 2).
War aber Paulus ebenso wie Pomponius und Ulpian
der Meinung, daß der Vormund zu einem mit sich selbst kontra-
1) Siehe vorige Anmerkung.
2) Ueber die Meinungsverschiedenheit bezüglich dieser Stellen
siehe Siebert, Kann nach gemeinem Rechte der Stellvertreter mit
sich selbst kontrahieren? (Erl. Diss.) 44 ff., insbesondere 46 Anm. 1,
daselbst auch die Literatur.

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