Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

Fragen der Besitzlehre.

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etwa die mancipatio oder in iure cessio, wie etwa bei der
fiducia cum creditore contracta, oder ein Vindikationslegat
vorausgegangen ist und der Manzipant, der Jnjurezedent
oder der Erbe zur Erfüllung seiner Traditionspflicht ein con-
stitutum possessorium schließt* 1).
Ist nun der Konstituent Eigentümer der zu übergebenden
Sache und ist die dem Besitzkonstitut zugrunde liegende causa
detentionis ungültig, denn liegt ein Fall vor, auf den der
aus den II. 21 und 35 § 5 D. 41, 3 und 1. 40 § 3 D. h. t.
abgeleitete Satz anwendbar ist. Es hat nämlich der Eigen-
tümer seine eigene Sache gemietet, in Verwahrung genommen
usw. und dieser Vertrag ist ungültig, somit keine Pflicht zur
Rückgabe vorhanden. Darnach kann der Konstituent nicht
Detentor werden, er geht seines Besitzes nicht verlustig und
hat durch das constitutum possessorium den Besitz nicht
übertragen. — Ist hingegen der, dem der Besitz übertragen
werden soll, der Eigentümer, und ist die dem Konstitut zugrunde
liegende causa detentionis ungültig, dann hat der Eigentümer
nicht seine Sache gemietet, in Verwahrung genommen
usw., sondern vermietet, in Verwahrung gegeben usw.
Deshalb ist der erwähnte Satz auf diesen Fall nicht anwendbar.
1) Siehe Gai II 60 oben S. 180 f., 1. 15 § 2 D. 2, 8 S. 180,
1. 22 § 3 D. 13, 7 oben S. 181. Auch die oben S. 179 Anm. 1 an-
geführte 1. 11 I). 43, 26 gehört hierher, wenn sie die fiducia betraf.
Hierher gehört auch
I. 16 v. de obl. et act. 44, 7 (Iulian. 217):
Qui a servo hereditario mutuam pecuniam accepit et fundum
vel hominem pignoris causa ei tradiderat (fiduciae causa ei mancipa-
verat) et precario rogavit, precario possidet: nam servus hereditarius
sicuti per traditionem (mancipio) accipiendo proprietatem hereditati
adquirit, ita precario dando efficit, ne res usucapi (fiducia usu recipi ?)
possit . . .
Darüber, daß diese Stelle ursprünglich die fiducia betraf, siehe
oben S. 178 Anm. 4.

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