Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

Fragen der Besitzlehre.

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treffenden Stellen *) für die Objektivitätstheorie beweisen, und
was bei dieser recht erscheint, ist auch bei der anderen als
billig anzusehen.
Wichtiger sind jedoch folgende Stellen:
L. 60 § 1 D. loc. cond. 19, 2 (Iavolen. ex posterioribus
Labeonis 212):
Heredem coloni, quamvis colonus non est, nihilo
minus domino possidere existimo.
Das Mietverhültnis mit dem Erblasser ist zu Ende und
wird mit dem Erben nicht fortgesetzt 1 2). Der Erbe wird trotz-
dem als Detentor bezeichnet 3).
L. 32 pr. h. t. (Paulus 1871):
Quamvis pupillus sine tutoris auctoritate non ob-
ligetur, possessionem tamen per cum retinemus.
Der Pupill kann Detentor sein, trotzdem das zugrunde
liegende Geschäft, soweit es ihn betrifft, nicht gültig ift4).

1) Siehe oben S. 224 Anm. 1.
2) Ob hier eine Reminiszenz an die Unvererblichkeit der Miete
vorliegt, wie Degenkolb, Platzrecht und Miete 202 Anm. 1 an-
nimmt, oder ob schon Labeo von einem auf Lebenszeit beschränkten
Vertrag sprach, wie Kniep a. a. O. 42 Anm. 1 meint, oder der
Vertrag zu Ende ist, weil der Erbe nicht angetreten hat, wie Kreß
a. a. O. 115 meint, kann hier dahingestellt bleiben.
3) Siehe noch 1. 25 § 1 O. h. t. (Pomponius 286):
„Et per colonos et inquilinos aut servos nostros (aut—nostros
dei.: Mommsen) possidemus: et si moriantur . . . intellegimur
nos retinere possessionem . . ."
und 1. 40 § 1 D. h. t. (African. 72); vgl. Kniep, Vacua
possessio 1, 42 sf.
4) Siehe noch 1. 1 § 11 D. h. t. (Paulus 657):
„Quod si impuberem miseris ad possidendum, incipies possidere,
sicut pupillus, maxime tutore auctore, adquirit possessionem.“
Ueber die Frage, inwieferne die Worte „maxime tutore auctore"
von den Kompilatoren herrühren, siehe oben S. 28 Anm. 2.
In dieser Stelle erscheint bestätigt, was Savigny, Das Recht
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