Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

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Adolf Last,

Der letzten Ansicht ist beizupflichten: es liegt ein Fall
des Eigentumsübergangs und des Besitzerwerbs kraft Rechtens
vor. Das ist der Sinn der 1. 2 D. cit., wie Harburger
im Wesen richtig bemerkt. Ein Konstitutsfall aber ist aus
1. 2 D. cit. nicht zu erschließen. Denn in allen angeführten
Konstitutssällen verblieb die Sache beim Konstituenten auf
Grund eines Rechtsverhältnisses, das ihn zur Detention be-
rechtigte. Ein solches Rechtsverhältnis war aber in der bloßen
Eingehung einer societas omnium bonorum nicht gelegen.
Andere Rechtsverhältnisse, auf Grund deren der Konstituent
als Detentor die Sache zurückbehalten konnte, als die bisher
angeführten, — Nießbrauch, Prekarium, Miete — finden sich
in den Quellen nicht. Insbesondere ist aus 1. 8 § 5 D. de
pec. leg. 33, 8 (Ulpian. 2680) ein Konstitutsfall mit De-
positum als Detentionsgrund nicht zu entnehmen *).
* *
*
In der Regel vertrat also der Konstituent den Besitz-
erwerber im Besitzkorpus, nicht im animn8 possidendi; den
animus faßte vielmehr der Besitzerwerber selbst: das Konstitut
kam durch Zusammenwirken des Besitzerwerbers und das Kon-
stituenten zustande. Die Frage ist aber, ob im römischen Recht
auch diese Beteiligung des Besitzerwerbers am constitutum
possessorium entfallen konnte, ob der Konstituent den Besitz-
1) wie Pininski a. a. O. 240 unten in der Anm. mit Recht
hervorhebt. Auch eine allgemeine Anerkennung des Konstituts wird
man hier nicht mit Pinin ski finden können. Denn „plane si
nondum dederat, sed, donec totum traderet, pro deposito apud eum
fuerit, id in peculio esse placuit“ bedeutet, daß das Freilassungsgeld,
solange es beim Sklaven erliegt, nicht als dem Herrn übergeben gilt
und deshalb einen Bestandteil des Pekuliums bildet, zum Unterschied
von dem vorher in der Stelle erwähnten Teil des Geldes, der dem
Herrn bereits übergeben wurde und von dem es deshalb heißt: „de
peculio decedere".

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