Full text: Volume (Bd. 62 = 2.F. 26 (1913))

146

Adolf Last,

quester zuständig. Dieser ist allerdings in der Regel *) Jnter-
diktbesitzer 2), jedenfalls aber nach Erfüllung der Bedingung
Detentor für den, zu dessen Gunsten die Bedingung in Er-
füllung gegangen ist, dem dann auch die 86guo8traria de-
positi actio zusteht Demgegenüber behauptet Beseler,
der Depositionsvertrag des Sklaven sei nichtig, deshalb könne
sein Herr vindizieren * 1 2 3 4 5). Allein daß der Depositionsvertrag
ungültig sei, ist unrichtig ^). Vielmehr erwirbt der Herr die
aus dem Vertrage entstehende actio. Den'Erwerb vermag
ihm der Sklave zu vermitteln. Dagegen kann er ihm keine
Beschränkungen auferlegen. Wenn also dem Herrn das Eigen-
tum der deponierten Sache zusteht, kann der Vertrag des Sklaven
ihn nicht hindern, sie sogleich abzuholen. Das und nichts
veranlaßt fühlen können, die altbekannte actio ad exhibendum durch
ein solches Einschiebsel zu erläutern. Demgegenüber darf wohl auf
die Zusammenstellung Eiseles, Beiträge zur Erkenntnis der Di-
gesteninterpolationen in der ZRG(R). 11,1 ff. hingewiesen werden, wo
manches andere, nicht minder selbstverständliche Glossem zu finden
ist. Endlich führt Lenel an, daß auch der Schluß der Stelle („quia
servus in deponendo tuum ius deterius facere non potuisset“) eher
auf eine persönliche Klage deute, der Herr „durfte nicht auf die
Geltendmachung seines Eigentums verwiesen, es mußte ihm vielmehr
auf Grund des Tatbestandes, statt der für ihn unbrauchbaren actio
sequestraria, eine andere actio in personam gewährt werden". Allein
Lenel übersieht, daß der Tatbestand zur actio sequestraria des
Herrn erst nach erbrachtem Eigentumsbeweis führte, daß er aber
bis dahin zu einer persönlichen actio des Herrn auf Rückstellung des-
halb nicht ausreichte, weil der Sklave in solidum mit Attius unter
einer Bedingung deponiert hat.
1) Nicht immer: l. 39 D. h. t. (lulian. 854), vgl. Karlowa,
Römische Rechtsgeschichte 2, 607 ff.
2) Wie Beseler noch a. a. O. 1, 24 behauptet hatte.
3) Siehe Last, a. a. O. 464 Anm. 125; vgl. auch Karlowa,
a. a. O. 608 Anm. 2.
4) Beseler, a. a. O. 2, 131.
5) Es mag genügen, auf 1. 1 §8 17, 27, 29, 30, 31, 32 D. dep.
16, 3 (Ulpian. 893, 896) hinzuweisen.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer