Full text: Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege in Preußen (Bd. 5 (1871))

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Literatur.

He bei ihm auch nur feparirt worden sind, (Windscheid I §. 186 A. 2,
Vangerow, Scheurl u. a. m.) Beides bemüht sich Göppert anders zu
deuten. '
Die 1. 7 a. a. O.4), in deren §. 3 S avigny bekanntlich das von
vor noceat streichen will, glaubt Göppert ohne Veränderung der Lesart
mit seiner Auffassung von den Erzeugnissen als Theilen in Einklang bringen
' zu können. (S. 192—199.) Auch er geht, wie alle Ausleger, davon aus,
daß die hier in Frage kommenden partus und fructusbeim Beginn desVor-
prozesses noch unseparirt waren, nimmt aber andererseits an, daß ihre Se-
paration Koch vor Fäüuüg des Urtheils erfolgte (arg. verb. et pepererit).
Für derartige partus NUN soll nach Göppert, (wie auch nach Bekker,
W i n d s ch e i d u. a. m.) der Z. 1 eine Entscheidung noch nicht enthalten,
N)ohl aber der Z. 3 für portus und fructus zusammen, und zwar dahin, daß
exceptio non nocet. Dies scheint freilich der Regel zu widersprechen, der»
zufolge nach Verneinung des Eigenthums am Ganzen der Anspruch auf einen
Theil durch exceptio ausgeschlossen ist. Allein diese Regel trifft bekanntlich
dann nicht zu, wenn die Verneinung des Eigenthums aus einem Grunde er-
folgt ist, der erst aus der Zeit nach Abtrennung des Theils datirt. Des-
halb will Göppert auch die Entscheidung des ß. 3 auf den Fall beziehen,
daß der Kläger erst im Lause des Vorprozesses, und zwar erst nach der Se-
paration der fructu« refp. partus, das Eigenthum der 'Muttersache und da-
mit den Prozeß verloren habe.
.,, Aber diese Erklärung kann man nicht' anders als überkünstlich nennen.
Zur Ausrechterhaltüng derselben muß Göppert die Worte: „ut exceptio
non noceat“ Übersetzen: „daß die Einredenicht schlechtweg und unter allen Um-
ständen, (sondern' nur der Regel' nach!) entgegensteht" (S. 196), und er
muß den Ausnahmefall,' der dem Juristen vorgeschwebt habe, dahiN' konstruiren,
daß das beim Prozeßbeginn vorhandene Eigenthum mach demselben — !*ja
noch mehr, (was Göppert zu sagen vergißt), auch erst nach dem Zeitpunkt der
Separation wieder erloschen sei. Liegt es da nicht nahe, die Wendung, die
Göppert wider Vangerow, Unger u. a. m. braucht, gegen ihn selbst zu
kehren: „man darf doch nicht annehmen, daß Ulp i an gerade denjenigen Um-
stand verschwiegen hat, der ihm für die Entscheidung maßgebend war I" (S. 195).
Dazu kommt dann' noch was Göppert's Erklärung mit andern-ge-
meinsam trifft — daß der Satz in §. 1: „in bis fere omnibus exceptio
"nocet" als eine nur vorläufige Erwähnung der'Regel aufgefaßt und 'die
schließliche Entscheidung der angeführten Beispiele dahin verstanden -werden

.4) Der hier in. Betracht kommende Theil derselben lautet: §. 1. si quis ftindum
' petierit, mox arbores' excisas ex eo fundo'petat, aut insulam1 petierit, deinde
aream vel tigna vel lapides petat,’item si navem petiero, postea singulas tabulas
vindicem; si; ancillam praegnantem petiero et (aut) post litem contestatam conce-
perit et pepererit, mox partum eius petam, utrum idem petere videor an aliud,
magnae quaestionis est.. Et quidem ita definiri potest, toties eandem irem,agi,
quoties apud iudicem posteriorem'id''quaeritur,' quod' apud priorem peritum -est.
'In bis'igitur fere Omnibus exceptio nocet, §. 2. Sed in Caementis et tignis' di-
versum est; — — Z. 3. De fructibus eadem quaestio est et (ac) de partu; haec
, enim nondum erant in rebus humanis, sed ex ea re sunt, ■ quae petita est; magisque
est, ut ista exceptio non noceat.

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