Full text: Volume (Bd. 5 (1871))

Gareis: Modernes Genofsenschafts- und Gesellschaftsrecht. 587
ganzen Rechtssphäre in die Gesellschaft eingetretenen Mitgliedes bewir-
ken.^)
Aus diesen Erörterungen dürfte hinlänglich klar hervorgehen, worin
der Schwerpunkt unserer Haupteintheilung aller Associationsformen liegt.
A.
Associationen, die auf Personalkredit, subjektiven Kredit eines oder
mehrerer Theilnehmer gegründet sind, werden passend Personenge-
sellschaften genannt, nämlich Gesellschaften, deren Schwerpunkt, ins-
besondere deren Kreditbasis in Personen ruht, Associationen, die ohne
den Kredit gewisser Personen juristisch nicht bestehen. Die Benennung
„Personengesellschaften" dürfte um so mehr gerechtfertigt sein, als das
A. D. H.-G.-B. jene Gesellschafter, deren voller Kredit oder deren ganze
Rechtssphäre in die Association ausgenommen wird, im Gegensätze zu
nur beschränkt hastenden „persönlich" haftende Gesellschafter nennt,
vgl. Art. 150 fg. Art. 178 fg. Art. 207. Art, 241. Art. 245. Art. 248.
Art. 257 u. a. (Für die unter B. aufzuführenden Gesellschaften, denen
ein Vermögenskomplex kreditschaffend zu Grunde liegt, empfiehlt sich die
Bezeichnung: Kapital- oder Realgesellschasten.)
I. Die Vortheile der Association werden in der Sphäre des Han-
dels und der Industrie bis zu einem gewissen Grade schon dadurch er-
reicht, daß das Betriebs- oder Anlagekapital eines einzelnen Geschäftsmanns
durch Einlagen einer nach Außen hin gar nicht hervortretenden Person
vermehrt wird, wogegen diese bestimmte Antheile am Geschäftsgewinne
erhält, regelmäßig aber auch am Verluste proportional partizipiren muß.
Ursprünglich wohl als Ersatz des verzinslichen Darlehens eingeführt,19)
vielleicht auch — in gewissen Richtungen wenigstens — aus einem Jn-
stitoren-Verhältniß entsprungen^") hat diese Art der Vergesellschaftung
in Deutschland unter dem Namen „stille Gesellschaft" Verbreitung
und nun im A. D. H.-G.-B. (Art 250 -265) eine allgemeine gesetzliche
Regelung und Fixirung gefunden. Das Gesellschaftsverhältniß tritt nach
Außen zu weder in der Firma noch sonst wie hervor, das Publikum kredi-
tirt lediglich dem persönlich haftenden Geschästsmanne, zu dessen Unter-
nehmen der sogenannte „stille" d. h. ungenannte Gesellschafter seine Ver-
mögenseinlage einschießt. Im Falle des Konkurses des Ersteren ist der
„vertraute" Gesellschafter, wie der Kapitaleinleger auch heißt, ein gewöhn-

M) vergl. Art. 1176 der neuen Bayr. Civilprozeßordnung.
») s. Endemann, H.-R. §. 33, II., §. 48. II.
20) s. Thöl H.-R. Z. 40 Note 5.

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