Full text: Volume (Bd. 5 (1871))

522 Endemann: Die Haftpflicht der Eisenbahnen, Bergwerke rc.
aa. des Vermögensnachtheils; eines jeden nachweisbaren. In
der Regierungsvorlage hieß es: des „gesammten" Vermögensnachtheils.
Durch die Streichung^) des Wortes ist materiell Nichts geändert worden.
bb. Der Getödtete. Nur der Schaden, welcher als dessen
eigener Schaden gerechnet werden kann, nicht der Schaden, der,
wenngleich durch die Verletzung veranlaßt, als eigener Schaden eines
Andern, der Familie oder einzelner Angehörigen bezeichnet werden
müßte, kommt in Anschlag. Die Familie erhält abgesehen von
dem, was unter ä. zu erwähnen ist, nur in sofern Entschädigung, als
diese in dem Ersatz des dem Verletzten selbst erwachsenen Schadens
mitenthalten ist.
66. Während der Krankheit. Der Ausdruck ist, wahrschein-
lich durch den Satzbau veranlaßt, inkorrekt. Sicher ist nicht die Mei-
nung, daß eine jede „während" der Krankheit erlittene Erwerbsbeein-
trächtigung vergütet werden soll. Vielmehr ist nur die Erwerbsbeein-
trächtigung gemeint, welche durch die Krankheit verursacht wird. Durch
die Krankheit, d. h. durch die Gesundheitsstörung, nämlich, wie in Ge-
danken hinzuzufügen, durch diejenige, welche sich als Folge einer der in
§. 1 oder Z. 2 beschriebenen Körperverletzungen darstellt. Zwischen der
Verletzung und dem tödtlichen Ausgange aber können, selbst wenn man
zunächst nur einen Zeitraum von zwei Jahren in Betracht ziehen will,«)
sehr wohl mehrere Krankheiten liegen, während der Gesetzgeber nur an
die eine Krankheit mit tödtlichem Erfolg gedacht hat?) Unmöglich aber
hat die Entschädigung für eine der tödtlichen letzten Krankheit voraus-
gegangene, zeitweise dem Anscheine nach beendigte Krankheit abgeschnitten
werden sollen. In solchem Falle liegt, wenn man will, zunächst eine
Körperverletzung vor, in Bezug auf welche nach Nr. 2 eine jede als
Folge derselben zu betrachtende zeitweise oder dauernde Erwerbsunfähig-
keit in Anschlag kommt. Tritt nun in der Folge nach neuer Erkrankung
in ursächlichem Zusammenhänge mit der erlittenen Verletzung der Tod
ein, so kann man doch den Schadensersatzanspruch nicht schlechter stellen;
vielmehr kann es sich alsdann nur darum handeln, zu der durch die
Körperverletzung bedingten Entschädigung dasjenige hinzuzufügen, was
wegen des weiter eingetretenen, früher nicht in Anschlag zu bringenden
Erfolges (der Tödtung) hinzukommen muß.
ää. Durch Erwerbsunfähigkeit oder Verminderung der

8) Drucks. Nr. 65 unter 3, b; u. St. B. S. 483.
s) Nach §. 8; vgl. unten Bemerk, zu §. 8.
7) Vgl. oben zu tz. 1 Nr. 3, a.

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