Full text: Volume (Bd. 5 (1871))

350 Koch; Ueber Verpfändung mittelst symbolischer Uebergabe.
Inhalt zukommt. Sie geben den Grundsatz, als dessen Anwendung sich
die unten folgenden Beispiele darstellen, ohne auf Ausschließlichkeit
Anspruch zu machen. Dies leuchtet umsomehr ein, als die symbolische
Uebergabe, wie sie das Mg. Landrecht auffaßt, der körperlichen Ueber-
gabe ungemein nahe steht. Die Symbole sind nach dem System des
A. L.-R. keine bloße Zeichensprache. Es handelt sich (wie Gruchot
mit Recht sagt) nicht darum, den Besitzübergang ohne Rücksicht auf
die vielleicht entgegenstehenden thatsächlichen Verhältnisse vermöge
des Gesetzes als geschehen anzunehmen, sondern lediglich darum, den
wirklich erfolgten Besitzübergang in die äußere Erscheinung treten zu
lassen. '8) Oder hat der, welchem Angesichts eines verschlossenen Be-
hältnisses die Schlüssel dazu übergeben sind (A. L.-R. I. 7. §. 65;
I. 20. §. 338.) mindere Gewalt über die in dem Behältniß befindlichen
Sachen, als etwa der, welcher die Hauptsache oder einzelne Stücke eines
Inbegriffs, diese in der Absicht, den Inbegriff in Besitz zu nehmen,
ergriffen Hat, die Pertinenzstücke resp. die übrigen zu dem Inbegriffe
gehörigen Sachen in seiner Gewalt hat (A. L.-R. I. 7. §§. 52. 53.)?
Das Gewaltverhältniß zu diesen nur implicite ergriffenen Sachen ist
in Wirklichkeit ein loseres, als in den Fällen, wo eine spezielle Sache
symbolisch tradirt ist. Man kann sogar in jener Besitzergreifung der
Hauptsache oder einzelner Theile einer universitas rerum distantium
ebensowohl ein Symbol sehen, als in den landrechtlich hierunter be-
griffenen Fällen,") insofern eine universitas ihrer Natur nach eine kör-
perliche Uebergabe nicht zuläßt. Indessen redet das A. L.-R. in jenen
Fällen nicht ausdrücklich Von einer symbolischen Uebergabe resp. Appre-
hension; jedenfalls besteht kein Grund, die Verpfändung von Inbegriffen
ganz auszuschließen. Daß die Anwendung der betreffenden Vorschriften
auf den Erwerb des Pfandbesitzes unstatthaft sein solle,") ist im
Allg. L.-R. nirgends angedeutet. Die von neueren gemeinrechtlichen
Schriftstellern?*) angefochtene Theorie vom Rechtserwerb an Inbegriffen
findet sich bekanntlich im A. L.-R. noch in voller Deutlichkeit und aus-
nahmsloser Allgemeinheit (I. 2. §§. 32—40). Es wäre willkürlich,

,s) Vgl. Entsch. Bd. so. S.
19) So Koch: Besitz S. 132; Oesterr. G.-B. §. 427: „Bei solchen beweglichen
Sachen aber, welche ihrer Beschaffenheit nach keine körperliche Uebergabe zulaffen, wie
Lei Schuldforderungen, Frachtgütern, bei einem Waarenlager oder einer ande-
ren Gesammtsach?, gestattet das Gesetz die Uebergabe durch Zeichen" u. s. w.
so) Dies ist wohl auch nicht die Meinung Förster's Theorie und Praxis I.
(1865.) S. 96, Note. 2. in. (1868). S. 374.
21) Wächter: Erörterungen I, S, 19 ff.; Brinz, Der»burg u. A,

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