Full text: Volume (Bd. 5 (1871))

an den Früchten der verpfändeten Sache.

317

aeque quaeritur, an fandus vel jus utendi fruendi conventionis
tempore fuerit debitoris.
Francke hat indessen (a. a. O. S. 180 ff.) außer Zweifel gestellt, daß
diese Stelle nach dem Zusammenhänge, in welchem sie steht, nicht von
der Wirksamkeit sondern von der Priorität des Pfandrechts handelt;
er interpretirt sie dahin, daß sie die Priorität unter Voraussetzung der
eingetretenen Wirksamkeit des Pfandrechts nach dem Zeitpunkt der Ver-
pfändung normirt. es also in Betreff der Priorität so gehalten wissen
will, als ob das Pfandrecht schon zur Zeit der Verpfändung entstanden
wäre. Daß die Stelle nur auf die Priorität zu beziehen, giebt auch
Göppert zu; wenn er sie im Uebrigen zu Gunsten seiner Ansicht aus-
legt, so ist zu erwidern, daß die Stelle bei ihrer Unklarheit entscheidende
Momente weder für die eine noch für die andere Ansicht hergiebt, nach
der ungezwungenen Franckeschen Interpretation aber mit der von uns
für richtig erachteten Ansicht nicht in Widerspruch steht.
3) Das unter diesen Voraussetzungen dem Hypotheken-
gläubiger an der abgesonderten Frucht zustehende Recht ist
eine selbständige Hypothek an der Frucht, wird also durch keinen
Besitz- oder Eigenthumswechsel seiner dinglichen Wirkung beraubt. Dem
Hypothekengläubiger steht somit die vindicatio pignoris gegen den Käufer
der Frucht zu, mag dieselbe noch auf dem Gute sich befinden oder nicht.
4) Das Klagerecht des Pfandgläubigers gegen den Be-
satzer der verpfändeten Sache geht auf Herausgabe derselben
in dem nämlichen Umfange wie bei der rei vindicatio, also
insbesondere: cum omni causa. Hierzu gehören:
a) die bei der Litiskontestation noch nicht perzipirten
Früchte, weil sie mit der vindizirten Sache noch substantiell vereinigt
sind, mit ihr noch eine und dieselbe Sache bilden.
b) nach positiver gesetzlicher Vorschrift auch perzipirte Früchte,
sofern sie an Stelle des Verpfänders von einem gutgläu-
bigen Besitzer der vindizirten Sache perzipirt und bei der
Litiskontestation noch im Besitze des Verklagten, von ihm
noch nicht konsumirt sind. Hiermit hat es folgende Bewandniß.
Durch die Trennung von der fruchtbringenden Sache wird die Frucht
eine Sache für sich, welche die rechtlichen Schicksale jener nicht mehr
theilt, also auch von der vind. pignoris der fruchtbringenden Sache nicht mehr
mit ergriffen wird, vielmehr nur soweit, als an ihr ein selbstständiges
Pfandrecht wirksam geworden, vindizirt werden kann. Wirksam wird das
Pfandrecht ander separirtenFrucht, wie wir gesehen haben, nur dann, wenn
sie bei der Separation Eigenthum des Verpfänders oder seines Erben

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer