Full text: Volume (Bd. 5 (1871))

5.5. Dernburg, Dr. Heinr., ord. Prof. des Rechts an der Universität Halle, Mitglied des Herrenhauses, Lehrbuch des Preußischen Privatrechts. Erster Band, 1. Abth. Halle, Verlag d. Buchhandlung. d. Waisenhauses. 1871. XII. 371 S.

Literatur.

5.
Dernbnrg, vr. Heinrich, ord. Prof. d. Rechts an d. Univ. Halle, Mitgl.
des Herrenhauses, Lehrbuch des PrenHischen Privatrechts. Erster
Band, 1. Abth. Halle, Verl. d. Buchhandl. d. Waisenhauses.
1871. 8. XII. und 371 SS.
DaS vorstehend begonnene Lehrbuch ist zunächst für Studirende und
für jüngere Praktiker bestimmt. Damit wird uns die Ausfüllung einer in
der landrechtlichen Literatur sehr fühlbar hervorgetretenen Lücke in Aussicht
gestellt. Die Aufgabe, der sich der Vers. unterzogen hat, ist keineswegs leicht,
da die bekannte Natur unseres Gesetzbuches einer kompendiösen Darstellung,
die doch zugleich wiffenschaftlich sein, d. h. den Zusammenhang mit den all-
gemeinen Grundlagen unserer juristischen Bildung festhalten soll, nicht geringe
Schwierigkeiten bereitet. Wie der Name des Vers, erwarten ließ, zeigt die
gegenwärtig erschienene erste Abtheilung des ersten Bandes, welche die allge-
meinen Lehren enthält, daß er dieser Schwierigkeiten wohl Herr zu
werden versteht. Die Darstellung ist geschmackvoll und durchsichtig; die
Vermittelung mit dem gemeinen Recht und die Anknüpfung an den vorland-
rechtlichen Rechtszustand wird in einsichtiger Weise hergestellt. Verf. hat
sich für den allgemeinen Standpunkt die Pandektenlehrbücher von Vangerow
und Wind scheid zu Vorbildern erwählt. Gleich diesen darf sein Werk
eine über seine nächste Bestimmung hinausgehende selbstständige Bedeutung
beanspruchen. Diese wiffenschaftliche Berechtigung des Dernburg'schen Lehr-
buches besteht, nach dem jetzt erschienenen ersten Abschnitt zu urtheilen, auch
gegenüber dem größeren Werk von Förster. Letzterer steht gleich Dern-
btur g auf der Höhe der heutigen gemeinrechtlichen Wissenschaft und ich bin
gewiß der letzte, seine großen Verdienste um die Fortbildung des Preußischen
Rechts zu verkennen. Jndeß lohnte sich ja eine Beschäftigung mit diesem
überhaupt nicht, wenn es nicht deni Nachfolger vergönnt wäre, einen Fort-
schritt gegen seinen Vorgänger zu machen. Etiam post Cujacium aliquid
ad jurisprudentiam Romanam augendam fieri posse, sagte Merillius. Dem
glücklich begonnenen Werke wünsche ich daher in seinem wie in unserem
Interesse gleichen Fortgang und baldige Vollendung. Näher auf daffelbe
einzugehen, behalte ich mir-vor. Behrend.

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