Full text: Volume (Bd. 1 (1867))

des allgemeinen deutschen Staatsrechts. Zgl
Mejer (Prof, in Rostock), Einleitung in das deutsche Staatsrecht.
Rost., 1861.
Zöpfl (Prof, in Heidelberg), Grundsätze des gemeinen deutschen
Staatsrechts. Fünfte Aust. I. II. Lpz. u. Heidelb., 1863.
Kaltenborn (Prof, in Königsberg, jetzt Legationsrath in Kassel),
Einleitung in das constitutionelle Versassungsrecht. Lpz., 1863.
Zachariä (Prof, in Göttingen), Deutsches Staats- und Bundesrecht.
Dritte Aust. Bd. I. Gött., 1865.
Schulze (Prof, in Breslau), Shstem des deutschen Staatsrechts.
Erste Abth., a. u. d. T. Einleitung in das d. StR. Leipz., 1865.
Gerber (Prof, in Leipzig), Grundzüge eines Systems des deutschen
Staatsrechts. Lpz., 1865.
Was ist nun durch diese reiche Thätigkeit gewonnen, was ist wenig-
stens beabsichtigt worden? Dieß auf den folgenden Blättern unbefangen
nachzuweisen, ist die Absicht; sie kann aber wohl ausgeführt werden, ob-
gleich mehrere der Schriften noch nicht bis zum Schlüsse gediehen sind.
Richtung, Methode und Werth der Leistung läßt sich auch aus dem be-
reits Vorhandenen genügend erkennen. — Zweckmäßig aber wird es dabei
sein, die Schriften nicht blos der Reihe nach durchzugehen, sondern sie je
nach ihrer besonderen Art zusammenzustellen. Es ergiebt sich daraus so-
wohl eine klarere Einsicht in die Möglichkeit der verschiedenen Auffassung
und Behandlung, als ein leichteres Urtheil über den relativen Werth der
einzelnen Leistung. Die acht Werke zerfallen aber in drei Gruppen: 1) aus-
schließlich mit Bundesrecht beschäftigt sich Mejer; 2) nur mit dem terri-
torialen Verfassungsrechte befassen sich Held, Kaltenborn und Gerber;
3) umfassende Darstellungen von Bundes- und Territorialstaatsrecht liefern
Grotefend, Zöpfl, Zachariä und Schulze.
1.
Mejer bezeichnet seine Schrift als „Einleitung". Dieß ist sie denn
in der That auch nur, und man würde dem Verfasser offenbares Unrecht
anthun, wenn man einen anderen Maaßstab anlegen wollte. Aber es giebt Ein-
leitung und Einleitung, und es fragt sich, welcher Art die vorliegende ist.
Einmal nämlich kann man sich bei der Einleitung in einen bestimmten Wissens-
und Gedankenkreis vorsetzen,- einen mit dem Gegenstände noch ganz Un-
bekannten zu orientiren. Es müssen ihm dann die allgemeinen Vorbegriffe er-
läutert, die geschichtlichen Vorgänge, wenn die Wissenschaft eine historische
ist, kurz vorgeführt, die nothwendigsten Kenntnisse über Quellen und Lite-
ratur gegeben werden; endlich mag man etwa auch noch einen übersicht-
lichen Abriß des Systems und seines Inhaltes beifügen, damit man besser
ersieht, wovon denn die Rede ist und womit sich eine eingehendere Be-

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