Full text: Volume (Bd. 51 = 2.F. 15 (1907))

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Wege,

„daß, mag die Einreichung der einzelnen Erklärungen . . .
in einer Reihenfolge wie immer geschehen, sich in Ansehung
der Stelle der Hypothek mit der Einreichung der letzten Er-
klärung stets das nämliche Ergebnis zeigt, wie wenn die ..
Rücktrittserklärungen zusammen vorgelegt worden wären",
nämlich, daß stets die alte Reihenfolge herrscht. Wir wissen:
an Stelle IV herrscht sie nicht; da stehen die gleichzeitig ein-
getragenen Rangrechte A und B zu gleichen Rechten.
Gegen die Richtigkeit des von KretzschMar gewonnenen,
von uns gebilligten Resultates wird noch von Rechtsanwalt
Witisch a. a. O. heftig polemisiert, neuerdings auch von
Rechtsanwalt Schubert!) a. a. O. Letzterer geht von der
nach Obigem irrigen Annahme aus, daß Kretzschmars Aus-
führungen, deren Resultate ihm nicht gefallen, „ihre Grund-
lage in dem Prinzip des sogenannten Stellentausches" haben,
und eifert gegen die Ansicht, daß Rangänderung Stellentausch
sei. Rangänderung sei vielmehr Einräumung des Rechts auf
Vorausbefriedigung aus dem Zwangsversteigerungserlös. Er
stellt sich also auf dieselbe Grundlage wie wir. Trotzdem
kommt er zu entgegengesetzten Oiesultaten und meint, daß es
gleichgültig sei, ob der Oiücktritt von A und B hinter D gleich-
zeitig erfolgt, oder ob früher oder später; dem A werde der
zu seiner Befriedigung erforderliche Teil immer vor B zu-
gewiescn. An einer wirklichen Begründung dafür läßt es aber
Schuberth fehlen. Er hebt im wesentlichen nur hervor, daß
„die von ihm gezogenen Folgerungen seines Erachtens
richtig seien" und daß „lediglich seine Auslegung dem Gesetze
entspräche".
Rechtsanwalt Wilisch geht seinerseits gleichfalls von
falschen Voraussetzungen aus. Er stellt sich auf den vom
Reichsgericht für das frühere Recht verfochtenen, von Schöller,
v. Staudinger und einigen anderen gebilligten Standpunkt

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