Full text: Volume (Bd. 51 = 2.F. 15 (1907))

3. Versäumnis des Empfanges von Willenserklärungen

Nachdruck verboten.
I.
Versäumnis des Empfanges von Willcns-
erklärnnstkn').
Von Prof. vr. W. von Blume in Halle a. S.
Dem in Bd. 58 der Entscheidungen unter Nr. 103 mit-
geteilten Urteile des Reichsgerichts lag in Kürze folgender Tat-
bestand zu Grunde:
A schreibt dem B: „Für Ihre Hypothek biete ich Ihnen
7000 M. An dies Gebot halte ich mich bis Mittwoch den
9. abends gebunden." B sendet sofort brieflich Annahme-
erklärung; A wird aber am 9. vom Postboten nicht zu
Hause angetroffen, dieser kann ihm den Brief nicht be-
behändigen; als A am 10. den Brief nicht erhält, schreibt
er sofort an B, er sei an die Offerte nicht mehr gebunden.
B war der Ansicht, daß der von A eingeleitete Vertrag
dennoch zu stände gekommen sei, erhob Klage auf Erfüllung,
und das Reichsgericht hat ihm Recht gegeben.
Das Reichsgericht hat damit zu einer Frage Stellung ge-
nommen, die in der Literatur schon lebhaft erörtert worden
1, Die folgenden Ausführungen geben den Inhalt eines Vortrages
wieder, der im Januar 1906 im juristischen Verein zu Halle a. S. ge-
halten worden ist. Sie sind mit Rücksicht auf den Aufsatz von I. Breit
in den Bi. f RA. ?i Nr. 2 ergänzt worden. Dort findet sich auch eine
Uebersicht über die Literatur der Frage.
BI. 2. F. XV.

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