Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 51 = 2.F. 15 (1907))

280

Oberwinter,

serae, claves und claustra hierhergerechnet, Dinge, die mit
dem Gebäude in gar keinem körperlichen Zusammenhang stehen.
Kurz und gut, wir finden, daß pars und aedium esse nicht
die reine Bestandteilseigenschaft bedeuten kann, sondern eine
Zugehörigkeit, umfassend Pertinenzen und Sachteile in dem
Sinne, daß die so bezeichneten Sachen bei Rechtsgeschäften über
das Ganze im Zweifel an den Rechtsschicksalen des Ganzen
teilnehmen; und wenn auf einen gewissen Grad der Verbindung
Wert gelegt wird, so ist dies dahin zu verstehen, daß die
körperliche Verbindung derartig sein muß, daß daraus auf die
dauernde Zweckbestimmung und damit auf die in Frage
stehende Zugehörigkeit geschlossen werden kann. Diese Auf-
fassung von pars wird bestätigt durch 1. 13 § 31 D. 19, 1,
wo es heißt: aedibus distractis vel legatis ea esse aedium
solemus dicere, quae quasi pars aedium, vel propter aedes
habentur, ut puta putealia.
Noch vorsichtiger muß man sein, wenn die Bezeichnung
pars in Verbindung mit Legaten gebraucht ist. Nach einem
Set. von 122, Aviola et Pansa consulibus, ist es nämlich
untersagt, haec legari, quae non alias praestari possunt,
quam ut aedibus detrahantur vel subducantur, und alle
Dinge, die hierher gehören, werden mit Rücksicht auf das
Legatsverbot ebenfalls als quasi portio bezeichnet. Nach 1. 41
§ 9 ss. D. delegat. I gehören dahin fistulae, castella, columnae,
tabulae adfixae vel parietibus adiunctae, statuae quae
inhaerent parietibus aut quae alias existant (d. h. die auf
einem besonderen Postament, vielleicht zu beiden Seiten des
Einganges, stehen), nam mens senatus plenius accipienda
est, ut, si qua ibi fuerint perpetua, quasi portio aedium
distrahi non possint. Hier werden in bunter Reihenfolge
mit der Bezeichnung pars belegt: Bestandteile wie sigilla und
statuae, quae parietibus inhaerent; Pertinenzen in unserem
Sinne, wie z. B. fistulae und castella, ferner aber auch

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer