Full text: Volume (Bd. 51 = 2.F. 15 (1907))

Konzentration und Gefahrtragung bei Gattungsschulden. 177

nach ß 279 auf die noch vorhandenen Gattungsobjekte, und
nur bei absichtlicher Benachteiligung des Gläubigerwahlrechts
durch den Schuldner kann man mit § 826 helfen"). Hat
der Gläubiger rechtzeitig sein Wahlrecht ausgeübt, so tritt
damit Konzentration auf die ausgewühlten (z. B. gezeichneten)
Objekte ein, die Konzentration erfolgt nicht erst mit der späteren
Leistung durch den Schuldner.
Daneben besteht die Möglichkeit, die Wahl durch den
Gläubiger auch als eine Bedingung aufzufassen, so daß
wenn die Wahl nicht erfolgt, gleichviel aus welchem Grunde,
der Kaufvertrag gar nicht wirksam wird. Allein eine solche
Auslegung wird in der Mehrzahl der Fälle dem präsumptiven
Parteiwillen nicht entsprechen. Biel näher liegt die Annahme
einer Bedingung, wenn ein Dritter, z. B. ein dem Käufer be-
freundeter hervorragender Schafzüchter, die Auswahl vornehmen
soll. Bergl. auch Regelsberger, ArchCivPrax. 49, 186
und das Note 4 daselbst mitgeteilte Beispiel. Ergibt die
Willensinterpretation, daß die Bornahme der Wahl seitens des
Dritten eine Bedingung für den Bestand des ganzen Geschäfts
nicht enthält, steht insbesondere fest, daß eine bestimmte Zahl
Haupt Vieh aus der Herde des Verkäufers unter allen Um-
ständen genommen werden soll, so fragt es sich, falls der
Dritte die Wahl verzögert oder vorzunehmen sich weigert, ob
wir bei den Alternativobligationen oder bei § 319 Abs. 1
S. 2 Anschluß suchen sollen. Die Vorschrift des § 2155
Abs. 2 als einzige Bestimmung über eine Gattungsschuld mit
Wahlrecht eines Dritten verweist uns auf Wahlschuldgrund-
sätze, vergl. § 2154 Abs. 2. Entsprechend werden wir bei
Verkehrsgeschäften den 8 264 anzuwenden haben. Es wird
dem Dritten — ein Verzug desselben kommt hier nicht in
14) Abweichend P eScatore S. 150/1 unter meines Erachtens ver-
fehlter Heranziehung des § 249 BGB.

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