Full text: Volume (Bd. 3 (1869))

18.4. Korb, Ferd.: Was heißt und ist das geistige Eigenthum an literarischen Erzeugnissen. Ein Beitrag zur Theorie des Nachdrucks und Verlagsrechts. Breslau. A. Gosohorky's Buchhandlung. 1869. 96 SS. Klostermann, Dr. R. Oberbergrath. Das geistige Eigenthum an Schriften, Kunstwerken und Erfindungen nach Preußischem und internationalem Recht 2. Band. Die Patentgesetzgebung aller Länder nebst den Gesetzen über Musterschutz und Waarenbezeichnungen, systematisch und vergleichend dargestellt. Berlin. J. Guttentag. 1869. 424 SS.

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Literatur.

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Korb, Ferd., Was heißt und ist das geistige Eigenthum an literarischen
Erzeugnissen. Ein Beitrag zur Theorie des Nachdrucks und
Verlagsrechts. Breslau. A. Gosohorsky's Buchhandlung. 1869.
8. 96 SS.
Klostermann, Dr. &., Oberbergrath, Das geistige Eigenthum an Schriften,
Kunstwerken und Erfindungen nach Preußischem und internatio-
nalem Recht. 2. Band. Die Patentgesetzgebung aller Länder
nebst den Gesetzen über Musterschutz und Warenbezeichnungen,
systematisch und vergleichend dargeftellt. Berlin. I. Guttentag.
1869. 8. 424 SS.
Die erste Schrift ist ein Versuch, den Begriff des geistigen Eigenthums
zu retten und als Grundlage des Urheberrechts darzustellen. Neue Gesichts-
punkte werden nicht Leigebracht. Den Gegenstand des geistigen Eigenthums
soll das literarische Produkt bilden. Als wesentlichste Begründung muß daS
bekannte Argument von der Erweiterung des Eigenthumsbegriffs herhalten,
welche durch unsere Rechtsanschauung, namentlich in Folge der Entwickelung
des deutschen Rechts gerechtfertigt sein soll. Für die Art, wie germanistische
Begriffe hierbei verwerthet werden, mag als Beispiel dienen, daß das dem
Verleger vom Autor übertragene Verlagsrecht mit der Gewere zu treuer
Hand und zu rechter Vormundschaft in Parallele gebracht wird —. (S. 34).
Ferner nimmt Verfasser einen Besitz am Verlagsrecht an und sagt hierüber
wörtlich (S. 37): „Auch hierfür giebt das deutsche Recht eine passende
Analogie ab, da wir uns das eben dargestellte Verhältniß des Besitzes am
Verlagsrecht ungefähr so erklären können, wie die Gewere des Universal-
erben aus einer Vergabung von Todeswegen in diesem Recht, bei welcher
nicht die einzelnen zum Vermögen des Gebers gehörigen Sachen, welche
wechseln, ausscheiden und sich vermehren können, den Gegenstand derselben
bilden, sondern das gesammte Vermögen desselben ft, wie es jedesmal vor-
handen ist und sich bis zu dessen Tode als sein Nachlaß bilden wird, als
universitas gedacht der eigentliche Gegenstand der Gewere ist, indem der
allerdings wesentliche Unterschied, welcher zwischen dem Besitze des Verlags-
rechts und der Gewere des deutschen Universalerben besteht, daß beim Verlags-
recht nämlich durch die Vereinigung einer Vielheit körperlicher Dinge ein
bestimmt qualifizirteS Recht, nicht blos der Begriff einer universitas entsteht,
den hier entwickelten in derselben Anwendung bei dem deutschrechtlichen Ver-
hältniß eben darum nicht durchführbaren Gedanken in der That erst möglich
macht, daß nicht sowohl die Bücher selbst als vielmehr deren Werthe im
Eigenthmne des Verlegers sind."
Dieser Satz kann zugleich als Stilprobe gelten.
Auch das Klxstermann'sche Werk geht von der Annahme eines geisti-
gen Eigenthums aus. Dieser Gesichtspunkt wird indeß bei Klostermann
nicht, wie in der Korb'schen Schrift zu weiteren Konsequenzen gezogen, son-
dern dient lediglich dazu, das Urheberrecht an literarischen und artistischen

l) Also mit Albrecht: Gewere S. 220 folg, gegen Beseler: Erbverträge Th I.
S. 162 folg, und S. 184 folg. Anm. d. Vers.

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