Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

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Kuttner,

Klarheit hervorgeht — dieser Name im Vergleich zu dem
„früheren Familiennamen des Kindes" ein „neuer" Name sei.
Wollte man aus der bereits bestehenden Uebereinstimmung
der Familiennamen bei der unehelichen Mutter und ihrem Kinde
im Hinblick auf § 1758 einen Schluß aus die Unzulässigkeit
der Adoption des Kindes ziehen, dann müßte man auch jede
Adoption für unstatthaft halten, durch die jemand den Sohn
seines Bruders 13) oder den Träger eines zufällig gleichlautenden
Familiennamens") an Kindes Statt annehmen will.
Uebrigens sind theoretisch sehr wohl Fälle denkbar, in
denen auch das uneheliche Kind einen anderen Familiennamen
führt, als den Mädchennamen der Mutter, z. B. dann, wenn
das Kind mit Genehmigung des Regierungspräsidenten seinen
Namen geändert ^attc15); oder wenn ihm der Ehemann der
Mutter gemäß § 1706 Satz 3 seinen Namen erteilt hatte;
oder wenn das Kind vorher von einer dritten, inzwischen
wieder verstorbenen Person einmal an Kindes Statt ange-
nommen worden war (§ 1758); namentlich aber dann, wenn
das Kind durch Ehelichkeitserklärung den Familiennamen seines
Erzeugers erworben hatte (§§ 1736, 1616)").
In derartig gelagerten, praktisch vielleicht nicht häufigen
Fällen würde immerhin auch bei der Annahme des Kindes
durch die eigene Mutter für die ungehemmte Anwendbarkeit
des § 1758 Raum gegeben sein; das Kind würde in allen
diesen Fällen den Familiennamen erhalten, den die Frau vor
ihrer etwaigen Verheiratung geführt hat (§ 1758 Absatz I Satz 2).
13) Zutreffend Mantey („Recht", 1901, S. 229) und das in der
vorigen Note zitierte Urteil (S. 413).
14) Man denke insbesondere an häufig vorkommende Familiennamen.
15) Preußischer Allerhöchster Erlaß v. 12. Juli 1867 (G.S. S. 1310);
§ 18 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli
1883 (GS. S. 195).
16) Enneecerus-Lehmann, § 218, Text bei Note 1 (S. 551);
Opet, S. 339; Spahn, S. 63.

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