Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

Der sog. Rechtserwerb vom Nichtberechtigten. 377
Folgen auch nur aus der Person des bisher Berechtigten treffen
kann.
Wägt man bie Gründe für und wider, wie sie bisher in
Betracht gezogen wurden, so möchte vielleicht manchem scheinen,
daß sich die Schalen gleich stehen, und daß daher die Ent-
scheidung mehr als erwünscht von subjektiver Empfindung ab-
hänge. Ein solcher Wanderer am Scheideweg möge sich die !
Frage vorlegen °. Läßt das Gesetz das Eigentum in der Person -
des redlichen Erwerbers entstehen, weil es bisher ein anderer!/
hatte? Ich glaube nicht, daß man diese Frage hier oder bei j I
der Ersitzung oder beim Funderwerb bejahen kann. Mit der
Berneinung ist aber der Auffassung der Boden entzogen, daß
diese Erwerbe abgeleiteter Natur seien.
Die Stimmen sind geteilt, die sich bisher über unsere
Frage vernehmen ließen. Für die abgeleitete Natur haben sich
außer den schon erwähnten Gierte, Hellwig und Dern-
burg ausgesprochen Hellmann (Borträge über das Bürg.
Gesetzb., § 12), Endemann (Einführung, Bd. 2 § 81 Note 12),
Wendt (Archiv f. civ. Praxis, Bd. 89 S. 17 fg.). Für das
Gegenteil sind eingetreten außer Lehmann (oben S. 369)
Köhler (Arch. f. bürg. Reckt, Bd. 18 S. 97 sg.), ausführlich
Romeick (a. a. O. S. 35 fg.); dann in Anwendung auf
verwandte Fälle Exner (Tradition, S. 66 Note 58). Arndts
(Pandekten, § 129 Anm. 3), Bekker (Pandekten, Bd. 1
S. 109).
Die Erscheinung, daß die zeitliche Nachfolge nicht mit einer
rechtlichen Nachfolge verbunden ist, tritt gar nicht selten ent-
gegen. Eine Anzahl wichtiger Fälle untersucht Romeick im
mehrfach angezogenen dritten Heft der Technik. Auf einen
anderen Fall mag hier zum Schluß hingewiesen werden. Ist
für die Forderung aus einer Schuldverschreibung auf den In-

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