Full text: Volume (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

Der sog. Rechtserwerb vom Nichtberechtigten.

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8 12.
Was der Vorstellung von der Ableitung eines Rechts aus
einem anderen Recht Wert verleiht, sei es der Vorstellung von
der Identität des erworbenen Rechts mit einem früheren Recht
beim translativen Erwerb oder der Vorstellung von dem Auf-
bau des neuen Rechts auf dem Grunde eines vorhandenen
beim konstitutiven: das ist die Abhängigkeit des erworbenen
Rechts von der Beschaffenheit des Mutterrechts. Geben wir
dieses Merkmal im Begriff der Rechtsnachfolge (im engeren
Sinn) preis, so verlohnt sich nicht mehr, zwischen ursprüng-
lichem und abgeleitetem Erwerb zu unterscheiden. Ich kann
daher keine Förderung in dem Versuch Dernburgs erblicken,
einen neuen Begriff vom abgeleiteten Erwerb einzuführen.
Nach ihm soll ein Erwerb schon dann als abgeleitet zu bezeichnen
sein, wenn er nur darauf angelegt ist, daß er sich nicht ur-
sprünglich, sondern kraft des Uebergangs von einem Vorgänger
vollzieht (Bürg. Recht, Bd. 1 § 103 Ziff. V, 2). Was damit
aus der einen Seite gewonnen wird, geht auf der anderen
reichlich verloren.
Prüfen wir nun den sog. Erwerb vom Nichtberechtigten
vom Standpunkt des engeren Succesfionsbegriffs aus, so
treten uns in den praktischen Rechtsvorschriften positive Stützen
für die Annahme der abgeleiteten Natur nicht entgegen. Weder
§ 135 nach Z Ißl B.G.B. liefern dafür einen Behelf (anderer
Meinung Hellwig, Rechtskraft, S. 104 Note 32). Die
relativen Veräußerungsverbote, von denen § 135 handelt (B.G.B.
§§ 1395, 1445, 1984, 2211; K.O. §§ 6, 7), wurzeln in der
Person des Berechtigten, nicht im Recht an der Sache. Und
der § 1613 ist wohl nur für den Fall berechnet, daß die
„weiteres Verfügung vom Berechtigten ausgeht. Wollte man

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