Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

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Regelsberger,

loten geht? Ein Nießbrauch kann für ihn wenigstens eine
empfindliche Einbuße bewirken.
Die Gesetzgebung fieht fich vor das schwierige Problem
gestellt, zwischen den widerstreitenden Interessen einen billigen
Ausgleich zu treffen. Auf der einen Seite heischt das bestehende
Recht Schonung, auf der anderen der Verkehr eine sichernde
Grundlage für den Güteraustausch. Mit dieser Aufgabe hat
sich die Rechtsbildung in der alten und neuen Zeit verschieden
abgesunden.

1. Das römische Recht.
8 2.
Von Ulpian stammt das geflügelte Wort: Nemo plus
juris ad alium transferre potest quam ipse haberet (L. 54
R. I. 50, 17, vergi. Paul. L. 175 § 1 eod.). Und von dem-
selben Juristen ist die Regel für die dinglichen Rechte aus-
gemünzt worden in L. 20 A. R. I). 41, 1, im Principium
für das Eigentum, im § 1 für die dinglichen Belastungen.
L. 20 pr. et R. D.: Traditio nihil amplius transferre
debet vel potest ad eum, qui accipit, quam est apud
eum qui tradit. Si igitur quis dominium in fundo habuit,
id tradendo transfert; si non habuit, ad eum qui accipit
nihil transfert.
x Diese Aeußerung ergänzt Ulpian in L. 46 eod.:
Non est novum, ut qui dominium non habeat, alii
dominium praebeat: nam et creditor pignus vendendo
causam dominii praestat, quam ipse non habuit.
Indes auch die Veräußerungsmacht des Gläubigers geht
über die Grenzen des Rechts seines Verpfänders nicht hinaus.
Pap. L. 35 § 1 i. f. de pign. et hyp. 20, 1.

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