Full text: Volume (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

Verhältnis der Konkursanfechtung und Gläubigeranfechtung rc. 265
Verfolgung der ersteren bietet — abgesehen von der Zulässig-
keit der gegen den Verwalter erlangten Einreden, über welche
hernach zu handeln sein wird, nichts besonderes. Das Gleiche
gilt von der Erhebung von Anfechtungsansprüchen, die sich
aus eine — zulässigerweise — vor der Konkurseröffnung er-
folgte Anfechtungserklärung gründen sollen, da in Betreff dieser
ein Verfahren, auf dessen Erledigung der Konkurs einwirken
konnte, nicht stattgefunden hat.
War hingegen der Anfechtungsanspruch zur Zeit der
Konkurseröffnung schon rechtshängig, so fällt mit der Be-
endigung des Konkurses das seiner Fortsetzung entgegenstehende
Hindernis weg. Die Fortsetzung kann erfolgen, gleichviel, ob
der Verwalter die Aufnahme abgelehnt, ob er ausgenommen
oder ob das Verfahren inzwischen ohne Anträge von irgend
einer Seite geruht hat.
Ist die Aufnahme abgelehnt worden, so wird nach Be-
endigung des Konkurses die Aufnahme im vollen Umfange
wieder zulässig. Ist das Verfahren unter den Parteien bereits
im Kostenpunkte ausgenommen, so wird es einer besonderen
Aufnahme in Betreff der Hauptsache nicht bedürfen; es genügt,
wenn die Prozeßanträge der Beteiligten in entsprechender Weise
erweitert werden. Ist das Verfahren vom Verwalter aus-
genommen, aber nicht zu Ende geführt worden, dann kann das
durch die Konkurseröffnung unterbrochene Verfahren, und zwar
von beiden Teilen, grundsätzlich in der Weise wieder aus-
genommen werden, als wenn die Aufnahme durch den Ver-
walter nicht ftattgefunden hätte. Das Verfahren, dessen Be-
teiligter der Verwalter gewesen ist, wird mit der Eröffnung des
Konkurses gegenstandslos. Da es von dem Verwalter kraft
seiner besonderen Rechtsstellung betrieben worden ist, so kann
es weder von den beteiligten Einzelgläubigern, noch, woran in
Betreff des Kostenpunktes auch zu denken wäre, von dem Ge-
meinschuldner fortgesetzt werden. Es ist zu einem vergeblichen

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