Full text: Volume (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

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Voß,

kursmasse über Anfechtungsrechte zusteht. Bis zur Aufnahme
bleibt, ganz wie bei sonstigen Ansechtungsansprüchen, das Ver-
hältnis in der Schwebe. Mit der Aufnahme aber tritt das
Recht des Verwalters aus dem Bereiche der bloßen Er-
werbsmöglichkeiten heraus. Es führt zum Rechtserwerb für
„die Konkursmasse" oder das hinter dieser stehende Rechts-
subjekt.
Die Aufnahme ersetzt die eigne Ansechtungserklärung des
Verwalters. Da sie sich nicht auf ein bereits.zur Maffe ge-
höriges Recht bezieht, so muß sie, ganz wie die in Gemäßheit
des § 36 K.O. ausgeübte Anfechtung, den Erwerb des An-
sechtungsanspruchs für das durch den Verwalter vertretene
Rechtssubjekt vermitteln. Auf der Seite des bisherigen An-
sechtungsgläubigers bedeutet dieser Erwerb einen Rechtsverlust.
Da aber dieser Verlust zugleich mit einer Veränderung in den
Pflichten des Anfechtungsgegners zusammentrifft, so entspricht
der Rechtsverlust nicht einem gleichartigen Rechtszuwachse auf
der anderen Seite, einem Rechtsübergange im Sinne der Rechts-
nachfolge 2°). Der Verwalter erwirbt das Recht zur Verfol-
gung des bisherigen Gläubigerrechts kraft eigener Rechtsstellung
und in grundsätzlicher Unabhängigkeit von der Rechtsmacht des
ersteren. Der Verwalter nimmt in dem anhängigen Rechts-
streite nicht einen Prozeß des bisherigen Gläubigers für Rech-
nung „der Maffe" oder des hinter der Maffe stehenden Ver-
lnögenssubjekts auf, er gründet vielmehr in der Form der Auf-
nahme einen selbständigen Rechtsstreit gegen den Anfechtungs-
gegner 21), auf den dieser infolge der seine Duldungspflicht be-
einflussenden Konkurseröffnung sich einlaffen muß. Allerdings
fehlt es nicht an prozessualischem Schutze gegen die dem Be-
20) E>r. Voigt, Der Einfluß des Konkurses auf die schwebenden
Prozesse des Gemeinschuldners, S. 223. Wilmowski-Kurlbaum,
Kommentar zur K.O., S. 177.
21) Voigt, a. a. O.

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