Full text: Volume (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

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Kuttner,

(Sr ft er Teil.
Die Adoption des unehelichen Kindes durch den Vater.
§ 2. Die „Adoptionsfähigkeit" des unehelichen
Kindes und seines Vaters.
1) Geht man die einzelnen Erfordernisse durch, von deren
Erfüllung das B.G.B. die Wirksamkeit der Annahme an
Kindes Statt abhängig macht, so glaubt man zunächst an der
Zulässigkeit der Adoption des unehelichen Kindes durch seinen
Vater nicht zweifeln zu dürfen.
Unter den in §8 1741—1756 aufgezählten Voraussetzungen
vermißt man ein ausdrückliches Verbot, wie es in anderen Ge-
setzgebungen aufgestellt war, z. B. im Bayrischen Landrecht, in
dem es hieß*):
„5*° Mögen uneheliche Kinder von ihrem leiblichen Vater
nicht arrogiert werden, solange er die väterliche Gewalt auf
andere Art über sie erlangen kann",
oder im Oesterreichischen Hofdekret vom 28. Januar 1816,
welches besagt 2):
Es „können unehelich erzeugte Kinder von ihren Eltern in
keinem Falle adoptiert werden".
Auf der anderen Seite ist aber die Zulässigkeit der Adoption
durch den unehelichen Vater im B.G.B. auch nicht mit aus-
drücklichen Worten anerkannt, wie dies etwa im Sächsischen
Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1790) der Fall war:
„Außereheliche Väter können ihre außerehelichen Kinder an
Kindesstatt annehmen."
Allein hält man die Eingangsworte fest, mit denen die
Lehre von der Annahme an Kindes Statt im B.G.B. anhebt
(8 1741):
1) Cod. Max. Bav. Teil I Kap. 5 § 10 Nr. 5.
2) Oesterreichische Justizgesetzsammlung Nr. 1206.

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