Full text: Zeitschrift für Gesetzgebung und Rechtspflege in Preußen (Bd. 2 (1868))

Ernst Friede!: Zur Lehre ton der Entmündung.

Unglück dergl., wie gefügt, von der großen Masse leider gewöhnlich-für
geistiggesund gehaltene Irre über achtbare Familien bringen, so' muß
man tief beklagen, wie-wenig ^verbreitet die Kenntniß und Erkenntnis
der 1'olio raisounnntc; ist. -—' '
Nach alledem wird man-die große und' seit Aufhebung des Kollegien-
zwänges noch gesteigerte Vernachlässigung des Studiums der 'gerichl-
lichen Medizin in der juriftischen wie medizinischen Welthöchlichst be-
dauern- müssen. Ferner gehören im Allgemeinen die empirische Psycho-
logie und die formale Logik auch nicht gerade zu den Lieblingsfächeru
der Studirenden; nimmt man endlich hinzu , daß auch , wie mir ver-
sichert wird, die JrreNkliniken und'psychiatrischen Vorlesungen nur matt
besucht werden,' daß an manchen Hochschulen sich gar keine ^ Irrenan-
stalten befinden — dann freilich wird die Qualität einer nicht unbe-
trächtlichen Zahl von Gutachten in Entmündigungssachen, ich will nicht
sagen entschuldigt, aber doch wenigstens erklärt werden können. ■
, Möchte auch. hier im öffentlichen Interesse dem Reformbedürfmß
recht bald und recht gründlich Rechnung getragen werden. — '

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