Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 37 = 2.F. 1 (1897))

Adäquater und inadäquater Kausalzusammenhang.

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dasselbe steht. — Erst wenn sich ergiebt, daß dasselbe im
vorliegenden Falle eine ihm allgemein zukommende Eigenschaft
bethätigt hat, erscheint es gerechtfertigt, den Handelnden für
den vorliegenden Erfolg haftbar zu machen. Dagegen ist
dies, selbst wenn die betreffende Handlung eine schuldhafte
war, dennoch unzulässig, sofern die Schuldhaftigkeit nur mit
Beziehung auf ganz andere verletzende Erfolge besteht, dagegen
kein allgemeiner ursächlicher Zusammenhang zwischen der Hand-
lung und verletzenden Erfolgen von der Art des vorliegenden
sich statuiren läßt. Den Urheber einer an sich leichten Körper-
verletzung werden wir daher für den Tod des Berletzten, wenn
er durch ganz besondere Ausnahmsverhältnisse bedingt wurde,
ebensowenig verantwortlich machen wollen, wie denjenigen,
der durch eine ganz unschuldige Handlung jemandes Tod ver-
ursachte (S. 224 mit 226).
So viel von der überzeugenden Lehre v. Kries'.

Drittes Kapitel.
Die im römischen Recht für den Umfang der Schadensersatz-
Verbindlichkeit geltenden Prinzipien.
I.
Die zum Ersatz verpflichtende und die schadende
T h a t s a ch e.
Indem wir uns nunmehr den Bestimmungen des ge-
meinen Rechtes über den Umfang der Schadensersatzverbind-
lichkeit zuwenden, gehen wir zunächst auf einen Punkt ein,
der offensichtlich den Autoren viel Schwierigkeit bereitet hat.
Es schien nämlich stets die genaue Unterscheidung zwischen der im
konkreten Falle zum Ersatz verpflichtenden und der schadenden

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