Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 34 = N.F. 22 (1895))

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Paul Oertmann,

die den Erben als persönlichen Schuldner angenommen haben,
gesagt: „von possunt 86 ad ev separare". Daraus ist a
contrario zu folgern: also liegt in der Betheiligung an der
Separation eine Trennung, Lossagung vom Erben. Wie
aber von einer solchen geredet werden kann, wenn auch nach
vollzogener Absonderung der Erbmasse nur ein Schuldner,
nur ein Vermögen vorhanden ist, von dem nur einzelne Stücke
zur vorzüglichen Befriedigung gewisser Gläubiger dienen, ist
unerfindlich.
Aehnlich wird in § 15 von „personam heredis sequi“
gesprochen.
6) 1. 1 § 16 zählt denjenigen, welcher den Erben als
Schuldner angenommen hat, zu dessen Gläubigern. Also
müssen im Gegentheil die Aussonderungsberechtigten nicht Gläu-
biger des Erben, sondern solche der Erbschaft sein.
7) In I. 1 § 17 finden sich die „hona defuncti“ und
„bona heredis“ gegenübergestellt, was für Jäger unerklärlich
bleiben muß — denn nach seiner Theorie stehen sich gar nicht
zwei äquivalente Vermögensmassen gegenüber.
Im selben § 17 heißt es auch:
„separatio, quam ipsi petierunt, eos ab istis bonis
separavit“;
im Sinne des Gegners gleichfalls eine sehr ausfällige
Ausdrucksweise!
8) Begründung der Entscheidung in I. 5 i. f.:
„proprii autem heredis creditores habent propria
eius bona et personam, quae potest donec vivit ac-
quirere“.
Also muß doch angenommen werden, daß im Gegensatz
dazu die Erbschaftsgläubiger nicht den Erben, sondern nur die
in der Erbschaft fortlebende Persönlichkeit des Erblassers zum
Schuldner haben. Daher „recesserunt a persona heredis“.

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