Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 34 = N.F. 22 (1895))

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Paul Oertmann,

2) In demselben Paragraphen heißt es: „nt separatirn
quantum cuiusque creditoribus praestetur.“ Auch das
scheint auf eine vollständige Trennung beider Massen hinzu-
weisen. Die eine Gläubigerklasse bekommt den ersten, die an-
dere den zweiten Vermögenskomplex zwecks Befriedigung.
3) In 1. 1 § 6 h. t. wird gesagt:
„Sed si quis suspectam hereditatem dicens com-
pulsus fuerit adire et restituere hereditatem, deinde
non sit, cui restituat, ex quibus causis solet hoc eve-
nire. et ipsi quidem desideranti succurri sibi adversus
creditores hereditarios subveniemus: hoc et Divus
Pius rescripsit, ut perinde testatoris bona venirent,
atque si adita hereditas non fuisset. Creditoribus quo-
que huiusmodi heredis desiderantibus hoc idem prae-
standum puto, licet ipse non desideravit, ut quasi se-
paratio quaedam praestetur.“
Freilich ist dies ein „besonderer Fall", wie Jäger her-
vorhebt: er hätte sich noch auf Ubbelohde's*) Vorgang
berufen können, der darin unter Berufung auf die 1. 11 § 2
D. XXXVI, 1 nur eine Anwendung der restitutio in inte-
grum erblickt. Dies ist freilich eine Behauptung, die das am
Schluß unserer Stelle auch den Gläubigern des Fiduziars
gewährte Recht auf „separatio quaedam" ignorirt und wohl
schwerlich erklären kann.
Aber wie dem auch sei — jedenfalls behandelt Ulpian
den Fall mitten in der Lehre von der eigentlichen Separation,
woraus doch wohl ohne allzu große Kühnheit der Schluß ge-
zogen werden kann, daß er ihn dieser in Bezug auf die Wir-
kung— Trennung der beiden Vermögensmassen — gleichge-
stellt haben wird. Wenn es also dabei so gehalten wird.

1) Archiv f. civ. Pr. Bd. 61 S. 68.

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