Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 34 = N.F. 22 (1895))

90 Paul Oertmann,
die Einzelentscheidungen dieser Lehre: cf. auch 1. 2 § 9 D.
t. e. XVIII, 4 :
„sicuti lucrum omne ad emtorem hereditatis re-
spicit, ita damnum quoque debet ad eundem respicere.“
Oder will unser Gegner etwa behaupten, es handle sich
auch beim Erbschaftskauf, wie er es bei der Separation ver-
meint, um einen Verkauf einzelner Sachen? Wie erklärt er
dann die 1. 2 § 10 t. c., wo doch die Herausgabe des Kauf-
preises der veräußerten res hereditaria vom Verkäufer an
den Käufer der Erbschaft als etwas sozusagen Selbstverständ-
liches erwähnt wird? Ja, Ulp ian stellt in § 1 daselbst direkt
das Prinzip auf, ut, quod ex hereditate pervenit in id
tempus quo venditio fit, id videatur venisse. Und in § 3
heißt es: sed et si rerum venditarum ante hereditatem
venditam pretia fuerit consecutus, palam est, ad eum
pretia rerum pervenisse.“ cf. auch § 8 daselbst.
Tritt schon in 1. 2 § 1 cit. der Parallelismus mit dem
bei der Separation geltenden Recht auffällig zu Tage — man
erinnere sich an die Ausführungen der 1. 5 de separ. — so
wirkt in dieser Hinsicht noch schlagender 1. 3 D. t. c. 18, 4:
„si venditor hereditatis exactam pecuniam sine
dolo malo et culpa perdidisset, non placet eum emtori
teneri“.
Wer erinnert sich dabei nicht der oben citirten 1. 1 8 12,
1. 2 D. de separ.?

Bislang befand ich mich meinem Gegner gegenüber mehr
im Vertheidigungszustand. Da ich nun gerade bei Erörterung
der Quellen bin, scheint es mir angemessen, meinerseits zum
Angriff überzugehen und die Unhaltbarkeit der gegnerischen
Auffassung aus ihnen heraus zu erweisen; das vierte geg-

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