Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 34 = N.F. 22 (1895))

Separation und Absonderung.

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Jäger's Konstruktion. Oder spricht es gegen die Universalität
des gewöhnlichen Konkurses, daß darin nicht alle Gläubiger
von Amtswegen befriedigt werden, sondern nur die am Ver-
fahren theilnehmenden? Durch den Antrag eines Gläubigers
wird auch bei der Separation den andern der Beitritt ermög-
licht — machen sie von der gebotenen Gelegenheit keinen Ge-
brauch, so kann die Befriedigung der Antragsteller ohne Rück-
sicht auf sie erfolgen. Bleibt alsdann noch etwas von der
Masse übrig, so wird es ihnen sicherlich nicht verwehrt werden
können, jetzt ihrerseits einen erneuten Antrag auf Gütertrennung
zu stellen. Haben sie aber durch Annahme des Erben als
Schuldners, wie sie in der Klaganstellung gegen ihn, einer Novation
der Forderung, möglicherweise auch schon im Verzicht auf die
Theilnahme an der Separation gefunden werden kann, ihre
Ansprüche gegen die Erbmasse aufgegeben, oder ist auch nur
nach Befriedigung der Theilnehmer keine Masse mehr vorhan-
den: nun, dann sind sie eben persönliche Gläubiger des
Erben geworden — et putem, hos cum creditoribus here-
dis numerandos, wie Ulpian sagt (l. 1 § 16 D. h. t. 42,
6), und müssen sich gefallen lassen, als solche behandelt zu
werden.
2) Noch weniger beweist das zweite Argument. Aller-
dings bleiben die dona fide vorgenommenen Rechtshandlungen
des Erben aufrecht erhalten. Und warum sollten sie auch
nicht? Ist es doch zum Teil sogar mit den Verfügungen des
gutgläubigen possessor hereditatis, also eines wirklichen
Nichtberechtigten, dem Effekte nach nicht anders. Hier
aber ist und bleibt der successor wahrer Erbe; die Sepa-
ration macht seinen Erwerb nicht rückgängig: es tritt nur
eine Theilung seines Vermögens in zwei getrennte Massen ein,
die beide von einem und demselben Subjekt regiert werden,
beide aber ihren besonderen Zwecken dienen — das Verhältniß

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