Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 42 = 2.F. 6 (1901))

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E. Hölder,

aber die Aenderung soweit geht, daß juristisch eine neue, dem
Verarbeiter als ihrem Urheber zufallende Sache entstanden ist,
hängt davon ab, ob juristisch die stoffliche Identität der neuen
Sache mit der bisherigen überwogen wird durch die bezüglich
ihrer Form bestehende Verschiedenheit. Don neuen Sachen
kann man in verschiedenem Sinne reden. Solche entstehen
durch jede Vereinigung oder Zerlegung bestehender Sachen.
Jene hat, wenn sie eine wirkliche und nicht nach B.G.B. § 93
wegen der Eigenschaft der mit einander verbundenen Sachen
als unwesentlicher Beftandtheile des Ganzen nur eine nominelle
ist, die Wirkung der Ersetzung des bisherigen mehrfachen
Eigenthums durch ein Eigenthum (B.G.B. § 946sg.). Die
Zerlegung begründet anstatt des bisherigen einen Eigenthums
ein mehrfaches Eigenthum. Die durch die Zerlegung ent-
standenen mehreren Sachen sind nicht schlechthin identisch mit
der bisherigen einen Sache, von der sie ja durch ihre Mehr-
heit sich unterscheiden. Sie unterscheiden sich aber von der-
selben juristisch lediglich durch ihre Mehrheit, weshalb ihr
Eigenthümer der Eigenthümer der bisheriger, einen Sache und
das Eigenthum an ihnen mit dem Eigenthum an dieser nur
insoferne nicht identisch ist, als es ein mehrfaches, an jedem zur
eigenen Sache gewordenen Beftandtheile der bisherigen Sache
für sich bestehendes ist. Daß die ehemaligen Beftandtheile
einer Sache auch nach der Trennung dem Eigenthümer jener
gehören, hat zwar das B.G.B. § 953, aber nicht das bis-
herige Recht eigens bestimmt und war für dieses lediglich da-
durch gegeben, daß die Summe der durch die Zerlegung einer
Sache existirenden Sachen mit einziger Ausnahme der Ablösung
der bisherigen Einzahl durch die Mehrzahl identisch ist mit der
bisherigen Sache.
An dem von einer Sache abgetrennten Stücke bestehen
die Rechtsverhältnisse fort, die bis zur Abtrennung bestanden.

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