Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 42 = 2.F. 6 (1901))

Bedeutung der Ausgleichspflicht bei Erbschastsfrüchten. 467
Zustand, mit der Miterbengemeinschaft nicht gleichzustellen, da
diese in ihrer Gesammtanlage auf längere Dauer berechnet
ist. Der Ruf „los von der Gemeinschaft" soll hier nicht un-
bedingte Geltung haben, wie bei dem römischen Miterbenver-
hältniß (Eck, Stellung des Erben, 1890, S. 41). Charakte-
ristisch dafür ist eben besonders der § 2044 B.G.B.
3) Läßt sich hiernach aus dem Gesetze selbst ohne weiteres
eine Lösung nicht finden, so spricht die Entstehungsgeschichte
der Bestimmungen ebenfalls nicht für die Gegner. Der Hin-
weis Planck's 1. e. Nr. 3 auf § 2064 des Entwurfs I be-
weist nichts, weil die Grundlagen des ersten Entwurfs völlig
verlassen sind. Aber auch durch den Hinweis auf die sehr
knappe Kritik Bähr's (Arch. f. B.R. Bd. 3, S. 218f., vergl.
Staudinger, Borb. zu § 2050) läßt sich die Sache nicht
erledigen; es fragt sich eben, ob die von Bähr geforderte
„Modalität der Erbtheilung" nur zu einer obligationenrecht-
lichen Verpflichtung führen kann, oder ob sie nicht zu
einer Verschiebung, und zwar zu einer absoluten Ver-
schiebung der Quoten führen muß. Zunächst ist aber auch
gar nicht ersichtlich, daß die zweite Kommission gerade durch
Bähr allein beeinflußt worden ist. Auch sonst war, ins-
besondere von Strützki, Cosack, Eck, Gierke, Iaku-
b e tz k y die Regelung des Miterbenverhältnisses bekanntlich stark
angegriffen, dabei hatten besonders Strützki, Gierke, Eck,
Bo Yens, Munk die Erbengemeinderschaft gefordert (vergl.
Amtliche Zusammenstellung, S. 132, 133,134), und es hatten
— wie schon lange vorher Leist (bei Glück, Serie der
Bücher 32—38, Theil 3 S. 370) — besonders Strützki,
Gierke, Boyend auch eine der Gemeinderschaft entsprechende
— familienrechtliche — Gestaltung der Kollation verlangt (Zu-
sammenstellung besonders S. 240, 215, Strützki, Iuristentag,

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