Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 42 = 2.F. 6 (1901))

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Ernst Heymann,

bei der Fruchtvertheilung berücksichtigt werden könne, denn, wie
sich schon aus Prot. V S. 893 ergiebt, soll dieser Zusatz nur
betonen, daß an Stelle der „von der Auseinandersetzung los-
gelösten Werthausgleichung" des ersten Entwurfs „die sich an
die Auseinandersetzung anschließende rechnerische Kollation"
getreten ist, welche „dem System der Erbengemeinschaft
entspricht".
Uebrigens betont die Literatur die Worte „bei der Aus-
einandersetzung" auch immer nur, um auf den Ersatz des
eigenthümlichen Systems von Entwurf I dnrch die deutsch-
rechtliche rechnerische Kollation des B.G.B. hinzuweisen (vergl.
Rüger, Sachs. Arch., Bd. 9 S. 489, Hachenburg,
S. 720, ähnlich Planck zu § 2050 Nr. 3).
Auch regeln die bezeichneten Worte eben nur den Zeitpunkt,
in welchem die Ausgleichspflicht hinsichtlich der Konferenden
selbst praktisch wird, während sie über die sonstige Bedeutung
der Kollation völlig schweigen.
b) Es ist auch nicht möglich, im Wege der Gesetzes-
analogie von einer der anderen Gemeinschastsformen aus
unsere Frage ohne weiteres zu lösen; es käme für die analoge
Heranziehung nur die aufgelöste eheliche Gütergemeinschaft in
der Zeit bis zur Auseinandersetzung in Frage (so auch Prot.
V S. 736, ferner Iakubetzky S. 330, vergl. auch Zachariä-
Crome, Französisches Civilrecht und die dort angegebene
Literatur über das Verhältniß von 777, 856 e. e., wo aber
der umgekehrte Schluß gemacht wird, und 815 c. e. im Gegen-
satz zu 2044 B.G.B. zu beachten ist). Indessen ist die Er-
satzpflicht des Ehegatten, gemäß 1476 B.G.B. im Gegen-
satz zur Ausgleichspflicht als eigentliche Ersatzverbindlichkeil
gestaltet (1476 Abs. 2, Satz 2), und andererseits ist die auf-
gelöste eheliche Gütergemeinschaft als ein stets auf a l s b a l d i g e
Auseinandersetzung berechneter, nur ganz vorübergehender

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