Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

Erläuterung von §104 des Allgem. Affecuranz. Plans. 95
die Kost- und Monatsgelder der Mannschaft wäh-
rend der Reparatur. In Hamburg spricht sich die Ass.- u.
Hav.-Ord. von 1731 folgendermaßen über diesen Gegen-
stand aus:
(Tit. 21 Art. 9) "Zu der großen und ertraordinairen
Havarey gehöret insbesondere:-
das außerordentliche Lootsgeld und die Unkosten, welche
ein Schiffer anwenden muß, da ein Schiff leck wird, oder
sonst wegen eines andern Schadens einen Haven zu suchen
genöthigt ist"
und daß diese Worte als eine ausreichende Grundlage für
die obige Praxis haben dienen können, ist nicht zu verkennen. —
Consequenter Weise müßte man nun zufolge des Obigen an-
nehmen, daß bei den Schiffen in Ballast ebenfalls alle
durch das Anlaufen eines Nothhafens — selbstverständlich
auch hier durch das Anlaufen aus casuellen Gründen —
verursachten Unkosten dem Assecuradeur in der Berechnung
der Particulair-Havarie zur Last gebracht werden müßten.
Dies geschieht indessen nur in Betreff der Hafenkosten und
den übrigen in dieselbe Kategorie gehörigen Aufwendungen,
nicht auch in Betreff der Kost- und Monatsgelder
der Mannschaft. Diese bleiben bei Schiffen in Ballast
zu Lasten des Versicherten (des Rheders).
Einen inneren Grund hiefür vermögen wir nicht anzu-
geben. — Die äußere Veranlassung mögte folgende sein. Be-
kanntlich herrscht über die Frage, ob die Havariegrosse-Ver-
gütung solcher Kost- und Monatsgelder, welche während
der Reparatur im Nothhafen aufzuwenden sind, dem zwischen
Rheder und Ladungs-Interessenten bestehenden rechtlichen Ver-
hältnisse wirklich entspreche, eine bedeutende Verschiedenheit
der Ansichten.*) Die englische und im Wesentlichen auch die
*) Ausführlich ist der obige Gegenstand behandelt von 8 e necke
principies of indemnily in marine Insurance. London 1624.
p. 191—207. Vergl. auch Bai ly general average Ed. 2.
London 1856. p. 37, und Hopkins handbook of average.
London 1857. p. 47 (T.

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