Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

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4. Havariegroffe bet Schiffen in Ballast.

und verständlicher wäre etwa folgende Fassung deS Schluß-
satzes gewesen.
Bei Schiffen in Ballast werden künftig alle Schäden,
mögen sie gewöhnliche Particulair-Schäden oder solche
Schäden sein, welche bei Schiffen mit Ladung in Havarie-
grosse gehören würden, ungetrennt dispachirt und das
Ergebniß der Berechnung dem Assecuradeur zur Last ge-
bracht, wenn dasselbe sich nach Maßgabe des § 90 höher
als auf 3 Procent beläuft.
Die Verfasser des Allgem. Plans haben sich nach dem
Bemerkten nur dunkel ausgedrückt, nicht aber "einen Gordischen
Knoten zerhauen. ”

6.
Die Vollständigkeit macht es erforderlich, schließlich noch
des folgenden Verhältnisses Erwähnung zu thun.
Oben (S 84) ist die Ansicht ausgesprochen, daß es
ein Erkennungszeichen dafür sei, bei der Versicherung auf ein
Schiff in Ballast den Assecuradeur in Betreff eines in Frage
stehenden Schadens dann für verpflichtet zu achten, wenn
derselbe nach dem geltenden Recht bei einem Schiffe mit
Ladung in Havariegrosse gehören würde. Demgemäß wird
denn auch, so viel wir wissen, in der Praxis, jedenfalls in
derjenigen der Hansestädte verfahren. Dort gehört Alles,
was bei Schiffen mit Ladung Havariegrosse sein würde, in
die von dem Assecuradeur auf Casco in Ballast zu vergütende
Particulair-Havarie. Jedoch mit der folgenden schon seit
langer Zeit festgehaltenen Ausnahme. Wenn ein mit Ladung
fahrendes Schiff unterwegs durch einen Unfall betroffen
wird, welcher das Anlaufen eines Nothhafens und ein zeit-
weiliges Verbleiben daselbst, um eine Reparatur vorzunehmen,
nöthig macht, so werden nicht nur die hiedurch veranlaßten
Lootsgelder, Hafenkosten u. dergl. in Havariegroffe gebracht,
sondern nach dem in Betreff dieses Punktes übereinstimmenden
Rechte Hamburgs, Lübecks und Bremen gehören auch dahin

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