Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

314 15. Gebührt dem Schiffer Entschädigung, wenn die
liegegeld ausbedungen, in der Regel nur beider Verfrachtung
ganzer Schiffe, mitunter aber auch bei Stückgüterfracht,
namentlich wenn das zu transportircnde Stückgut von sehr
bedeutendem Umfange ist. Alsdann kommt für die in Rede
stehende Untersuchung, neben den allgemeinen Grundsätzen
über den casus, dessen Einfluß auf die Obligationen und die
Natur des Frachtcontracts, auch der besondere rechtliche
Character solcher Stipulationen in Betracht. Es wird sich
daher empfehlen, diese Fälle abgesondert zu behandeln, und
zunächst eine Beantwortung der vorliegenden Frage nur auf
Grund jener allgemeinen Principien zu versuchen.
§ 1.
Den Hauptgrundsatz Ln Betreff der Wirkung eines ein-
getretenen casus auf obligatorische Rechtsverhältnisse, auf
welchem auch die Entscheidung der hier vorliegenden Frage
beruht, bildet folgende Regel:
Eine obligatorische Verbindlichkeit wird durch eine
eingetretene Unmöglichkeit ihrer Erfüllung aufge-
hoben.*)
Diese Unmöglichkeit kann eine natürliche, oder eine rechtliche
sein. Vornehmlich aber ist in Berücksichtigung zu ziehen, daß
sie im Allgemeinen eine absolute oder objective sein muß, um
diese Wirkung hervorzubringen. **) Die Bedingungen der-
selben finden sich in der in Note * angeführten Schrift

*) Vergl. Puchta Pandekten 3. Auflage 8 302, s. auch 8 220. —
Thibaut System des Pandektenrechts 9. Auflage von Buchholtz
8-134. — Mühlenbruch Lehrbuch des Pandektenrechts 1.Auflage
Bd.2 8 365, 8 479. — v. Vangerow Lehrbuch der Pandekten
6. Auflage Bd. 3, S. 229 ff. — Wächter. Ueber die Frage: Wer
hat bei Obligationen die Gefahr zn tragen? im Archiv für
civilistische Praxis Bd. 15, S. 116. — Mommsen Beiträge
zum Obligationenrecht. Erste Abtheilung S. 1, 232. — Weiske's
Rechtslexikon. Ueber die obligatio von Heimbach. Bd. 7,
S. 524 ff. — Cropp loc. cit. 0.631.634.
**) S. die oben Note* aufgeführtcnRechtslehrer loc. cit. v. Savig ny.
Das Obligatio»enrecht. 8 37.

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