Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

120 6. Das neue englische Connossements-Gesetz.
Mit Recht sagte deshalb LordTenterden bei Gelegenheit der
von den englischen Rechtslehrern häufig eiterten Sache
Howard v. Tucker, in einem Falle, in welchem zum Nachtheil
des Schiffes wesentliche Unrichtigkeiten in das vom Capitain
Unterzeichnete Connoffemeut ausgenommen worden waren, im
Verhältniß zu einem späteren bona Kde Inhaber dieses
letzteren:
“Th« captain of course is answerable to bis princi-
pals for baving signed an instrument, which contained
an incorrect Statement; yet third persons, who took
the bill of lading on such Statement for a value, to
which they might otherwise have thought it inadequate,
ought not to suffer for it.”
Gleichwohl vermogte hjese Anficht nicht ohne Weiteres durch-
zudringen. Abbott (Shee) sprach sich noch in den neueren
Ausgaben seines Werks Law relative to merchant ships
(z. B. Ed. 6 S. 283) dahin aus'
“The right of the holder of a bill of lading incau-
tiously signed by the master for goods not aetually
shipped is still open to discussion.”
Und Maude & Pollock führen in ihrem 1853 erschienenen
Werke
Law of merchant shipping p. 148.
einen Fall an, Grant v. Norway, worin der bona fide
Inhaber eines Connoffementes “for goods, which were
never received on board” mit seiner Klage gegen den Rheder
abgewiesen wurde.
Diesem bedenklichen Rechtszustande ist nun, wenigstens
für einen großen Theil der vorkommenden Fälle — denn
auch jetzt bleiben noch Ausnahmen übrig — abgeholfen durch
das in der Ueberschrift bezeichnete neue, vom 14. August 1855
datirte Gesetz, gewöhnlich Bills of' Lading Act genannt» —
Bei der Wichtigkeit, welche demselben beizulegen ist, und da
es gelegentlich auch dem deutschen Praktiker von Werth sein
kann, den Tert zur Hand zu haben, so lassen wir, da letzterer
nicht umfangreich ist, denselben folgen:

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