Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

Prüfung der Echtheit von Dokumenten.

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Zeichnung, wenngleich vorzugsweise, doch nicht allein auf die
Obligirung des Schiffes (der kortune de mer der Rhederei),
sondern außerdem auch auf die persönliche Verpflichtung des
Schiffers ankommt, für das Geschehensein der Verladung und
die pflichtmäßige fernere Behandlung sowohl der Expedition
im Allgemeinen, als der verladenen Gegenstände insbesondere,
zu haften. Diese Verpflichtung kann nur der Schiffer
entweder selbst oder für ihn ein von ihm bestellter oder
anerkannter Vertreter übernehmen, und es genügt mithin
nicht, wenn das Connossement etwa von einem Agenten der
Rhcderei, (dem Schiffsmakler oder dgl.) unterzeichnet sein
sollte.
Die Argumentation der Beklagten aus den Worten des
englischen Connoffements-Formulars “the master or purser
etc.” ist von keiner Bedeutung. Zwar hat es seine Richtig-
keit, daß jener Satz regelmäßig in den englischen Connossementen
sich findet, (m. vgl. die Formulare bei
Chitty, trealise on the law of commerce. 1824.
Bd. 4 S. 324 ff.
Maude&Pollock, lawof merebant shipping 1853.
S. 142.
Abbolt-Shee, law relative lo merebantships 1856.
Ed. 10 S. 235.)
allein derselbe ist veraltet und hat keinen Sinn mehr. Es
giebt auf Kauffahrtei-Schiffen, mit sehr seltenen und schon
deshalb nicht in Betracht kommenden Ausnahmen, keinen “purser”
mehr, und da, wo er ausnahmsweise vorkommt (auf sehr
großen, stark bemannten Schiffen), hat er nur das Amt der
Proviant-Besorgung und Proviant-Verwaltung, ohne in
Betreff der Ladung als Schriftführer des Schiffes zu dienen.
Von diesem Theil des Connoffements-Formulars gilt, was
Bd. 1 S. 199 dieses Archivs von der penalty-Claufcl bei
den Ebarrepartieen gesagt worden ist.
“(the English) merchants are imwilliog to change the
form of well known instriiments and continue to use words,
w h i c h are n o w u s e I e s s ”

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