Full text: Volume (Bd. 3 (1862))

498 20. Zur Lehre von der Wechselverjährung.
Jeder, welcher in solchen Fällen, in denen der Wechsel nicht
in der beabsichtigten regelmäßigen Weise eingelös't wird, -die
eventuell haftenden Wechselverbundenen in Anspruch nehmen
will (z. B. die Vormänner, wenn der Bezogene den Wechsel
nicht honorirte; den Acceptanten, wenn der Domiciliat den-
selben nicht einlös'te, u. dergl.), sich darüber ausweisen muß,
daß er Diligenz geübt habe, und außerdem verpflichtet
ist, da, wo es erforderlich die Beweismittel zum
Zwecke der ferneren Geltendmachung des Wechsel-
Anspruches zu liefern. Hierauf beruhen die beiden
wechselrechtlichen Institute: der Protest und die Nothwen-
digkeit, bei der Regreßnahme den Protest einzuliefern.
Bei einer Reihe von Wechselverbundenen hat, um es nicht
an der nöthigen Diligenz fehlen zu lassen, jeder unten oder in
der Mitte stehende Regressat die Statthaftigkeit des gegen ihn ge-
nommenen R egresses, nicht etwa nur, um nicht seinerseits unnöthiger
Weise Zahlung zu leisten, sondern auch insofern zu prüfen, als
er wiederum gegen einen seiner Vormänner Regreß nehmen will
und sich demnächst gegen diesen darüber auszuweisen hat, daß er
nicht etwa einen schon verjährten Wechsel eingelöset habe. Diese
suceessiv wirksam werdende Prüfungs- und Nachweisungspflicht
führt zu dem oben besprochenen Ergebnisse.
Eine Anomalie, daß der Wechselregressat als Beklagter
von Beweisen frei sei, welche in anderen Fällen Beklagte
zu führen haben, liegt hier nicht vor. Die Pflicht der Wechsel-
betheiligten zur Diligenz, und die Nothwendigkeit, den ferner
in Anspruch zu nehmenden Personen die Möglichkeit zu
sichern, Grund oder Ungrund der Regreßnahme beurtheilen,
und sich ihrerseits wiederum erholen zu können, führt hier
zu dem angegebenen Resultate, welches auch, wie von selbst
einleuchtet, mit keiner Härte oder auch nur irgend erheblichen
Unbequemlichkeiten für die Regredienten verknüpft ist.
Die Lücke welche die Wechsel-Conferenz im Art. 79 ge-
lassen hat, kann im Geiste der Wechselordnung uur so, wie
im Obigen angegeben, ausgefüllt werden.

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