Full text: Volume (Bd. 3 (1862))

Verjährung der W.-Regreßansprüche.

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auszusprechen habe. Denn ihn — der über die maßgebenden
Hergänge gar nichts wissen kann, und dem die Vormänner,
wenn er den schwierigen Weg ihrer Befragung einschlagen
wollte, zur Auskunftsertheilung eben so wenig verpflichtet sein
würden, wie sie dazu insbesondere dann, wenn irgendwo
Verjährung eingetreten wäre, geneigt sein könnten — mit
der Pflicht der Substanziirung und des Beweises der fraglichen
Einrede zu belasten, würde einer Streichung der Verjährung
des Art. 79 fast gleich kommen.
Glücklicher Weise führen indessen die bestimmenden theo-
retischen Gründe auf das nämliche Ergebniß hin, welches
nach dem so eben Bemerkten als ein Postulat der Zweck-
mäßigkeit und Billigkeit anzusehen ist.
Ohne Zweifel ist das Berufen eines Beklagten darauf,
daß die wider ihn erhobene Klage durch Verjährung erloschen
sei, eine Einrede, und wenn es für die Begründung der-
selben auf die Herstellung factischer Umstände ankommt, so
liegt ihm, dem Beklagten, der Beweis derselben ob. Da es
sich indessen für die Einrede der Verjährung in den gewöhn-
lichen Fällen nur um zwei Factoren handelt, um die Entstehungs-
zeit der Klage und den gesetzlichen Verjährungszeitraum, so
ist in der Regel Nichts zu beweisen. Der Kläger, welcher,
wenn nicht besondere Umstände die Veranlassung dazu werden,
ihn davon zu befreien, den individuellen Act der Klage-Ent-
stehung anzugeben hat, wird hiedurch den ersten jener Punkte
seinerseits erledigen müssen, und die Verjährungsfrist bedarf'
Nur etwa dann eines Beweises , wenn der Beklagte sich auf
ein auswärtiges Recht beruft.
Weshalb nun der mit einer Wechselregreß-Klage belangte
Indossant oder Trassant so viel ungünstiger als ein gewöhn-
licher Beklagter behandelt werden sollte, ist nicht nur nicht
einzusehen, sondern es führen sogar dem Wechselrechte ange-
hörige Erwägungen mit Bestimmtheit darauf hin, daß dem
Kläger die Pflicht auszulegen sei, über das Nicht verjährtsein
des Wechselanspruches sich seinerseits auszuweisen. — Es ist
nämlich ein durchgreifender Grundsatz des Wechselrechts, daß

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