Full text: Volume (Bd. 3 (1862))

Durchstreichungen auf Wechseln.

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Bescheinigungs-Schreiben von H. Sc M. vor, in welchem
diese die Erkärung gaben, die Durchstreichung des Acceptes
sei ^ durch ihre Schuld" geschehen. Eine nähere Aufklärung
hierüber hatten H. Sc 2Ä. nicht hinzugefügt.
Der Beklagte bestritt die Statthaftigkeit der Klage.
Auf Grund eines getilgten Accepts könne ein wechselrecht-
licher Anspruch überhaupt nicht erhoben werden. Die Klage
aus dem Wechsel sei mithin angebrachtermaßen verwerflich. —■
Sollte es die Absicht der Kläger sein, die Klage auf eine
andere Grundlage zu stützen, so sei das 'Vorgebrachte für
ungenügend zu halten. — Den Klägern stehe eventuell jeden-
falls der Umstand entgegen, daß H. Sc M. in Gothenburg
ihre, der Kläger, Correspondenten und Mandatare gewesen
seien, so daß sie die von jenen vorgenommene Tilgung des
Accepts nicht anfechten könnten. — Der Beklagte bemerkte
übrigens noch, daß der Versuch der Kläger, das getilgte
Accept gegen ihn geltend zu machen, auch materiell 'völlig
widerrechtlich sei. M. Sc G. hätten nämlich von H. Sc M.
anderweitige Deckung für den Wechselbelauf erhalten und
dies sei die Ursache davon gewesen, daß die letzteren das
Accept gestrichen hätten. H. Sc M. hätten in diesem Sinne
an ihn, den Beklagten geschrieben und ihm die aus diesem
Grunde geschehene Tilgung des Accepts gemeldet.
Die Kläger erwiderten: DerBeklagte verwechsele Wechsel-
recht und Wechselprozeß. Es sei richtig, daß in dem
letzteren hier nicht habe geklagt werden können; wie denn darin
auch nicht geklagt worden sei. Die Kläger hätten nämlich
von der Wahl dieser Prozeßart absehen müssen, weil ihnen
die Voraussetzung des Wechselprozefses, Liquidität aller Theile
des Klagegrundes, gefehlt habe. Allein dies verändere die
Natur der Klage nicht, welche aus dem den Klägern wechsel-
mäßig zustehenden Rechte aus Geltendmachung des Accepts
erhoben, also wirklich eine wechselrechtliche sei. Das Auftreten
der Kläger im ordentlichen Prozeß, führe keine andere Aenderung
herbei, als daß es dem Beklagten frei stehe, auch illiquide,
Einreden vorzubringen. — Der Umstand, daß das Accept

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