Full text: Volume (Bd. 3 (1862))

Durchstreichungen auf Wechseln.

IW

gekommenen Wechsels — muß dessen Verlust
glaubhaft machen."
Königl. Sächsisches Wechsel-Amortisations-
gesetz vom 24. December 1850, § 2. " Der
Antragende muß — den Verlust des Wechsels
glaubhaft machen. Nach richterlichem Ermessen
kann hierüber noch eidliche Bestärkung
eintreten."
Holsteinische Wechselordnung vom 23. Febr.
1854, Z 73. "Der Antragende muß — den
Verlust des Wechsels glaubhaft machen." -
Hiernach würde kein Richter das Amortisations-Verfahren
für zulässig erklären können, wenn z. B. aus den von dem
Antragsteller gemachten Angaben erhellen sollte, daß derselbe
den Wechsel wissentlich vernichtet hätte. Und eben so wenig
dann, wenn der Implorant den Wechsel einem Andern zuge-
stellt haben und durch dessen unredliches oder contractwidriges
Verfahren in Schaden gekommen sein sollte. — Dagegen
berechtigen selbstverständlich a!le und jede wirklich casuelle
Ereignisse zur Beantragung der Amortisation, gleichviel ob
sie den Wechsel im Besitz des Eigenthümers oder eines
Vertreters desselben betroffen haben.
Die analogische Anwendung des Bisherigen auf solche
Fälle, in welchen es sich nicht um die Vernichtung oder Las
sonstige Abhandenkommen des (gesammten) Wechsels, sondern
nur um die Zerstörung einzelner Theile handelt, ist unbe-
denklich, da dem Schlüsse a maiore ad minus hier Nichts
entgegen steht. Man gelangt somit auch hiebei zu dem
Resultate, daß jede vom Wechsel-Eigenthümer oder einem
Vertreter desselben wissentlich vorgenommene Tilgung einer
wechselmäßigen Verpflichtungserklärung — z. B. eines Ac-
cepts — das Erlöschen des Wechsel-Obligos bewirkt, und nur
eine casuelle Vernichtung die Veranlassung dazu werden kann,
hier den Fortbestand der Verbindlichkeit nach zerstörter Wechsel-
form anzunehmen.
Dies führt weiter dahin, daß es dem Kläger, welcher

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