Full text: Volume (Bd. 3 (1862))

Durchstreichungen auf Wechseln.

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Geschäft (die so genannte eausu eivilis cairibii) ankomme,
sondern sie behandelt wechselrechtliche Ansprüche überhaupt
nur unter der Voraussetzung als wirksam, wenn dieselben
auf der urkundlich existirenden Wechselform beruhen. Völlig
durchschlagend ist in dieser Beziehung die Bestimmung des
Art. 39
"Der Wechselschuldner ist nur gegen Aushändigung
des (quittirten) Wechsels zu zahlen verpflichtet."
Da es bei Wechsel-Verpflichungen immer nur auf Zahlungs-
Erlangung ankommt, so ist durch die vorstehend angeführten,
wenngleich unscheinbaren Worte wirklich der hier besprochene
Grundsatz anerkannt: der Grundsatz,
daß die Geltendmachung eines wechselrechtlichen Anspruches
nur insofern thunlich ist, als derselbe auf die Wechsel-
Urkunde gestützt werden kann und gestützt wird.
Man findet hievon in der Wechsel-Ordnung keine andere
Ausnahme als diejenige des Art. 73*), welche übrigens gerade
dazu geeignet ist, die Gültigkeit des so eben besprochenen
Grundsatzes in ein klares Licht zu stellen. **) Wäre die
Wechselurkunde nur ein Beweismittel für die (auch abgesehen
von ihr existirende) Wechselsorderung, so müßte es möglich
sein, diese letztere auch dann geltend zu machen, wenn jene,
die Wechselurkunde, abhanden gekommen sein sollte; in Ueber-
einstimmung mit dem Artikel 39 wird dies aber durch den
Artikels 73 im Allgemeinen verneint, und nur ausnahmsweise

*) Art. 73. "Der Eigenthümer eines abhanden gekommenen Wechsels
kann die Amortisation des Wechsels bei dem Gerichte des Zahlungs-
ortes beantragen. Nach Einleitung des Amortisationsverfahrens
kann derselbe vom Acceptanten Zahlung fordern, wenn, er bis
'zur Amortisation des Wechsels Sicherheit bestellt. U. s. w."
**) Das im Art. 74 der W.-Ö. statuirte sogenannte Vindications-
recht des Wechsels bildet keine Ausnahme. Die Klage des
Vindicanten kann freilich nicht durch den Wechsel belegt werden,
allein sie wird überhaupt nicht aus dem Wechsel gegen einen
Wechselschuldner erhoben, sondern ist eine Klage gegen einen
unberechtigten Dritten auf den Wechsel.

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