Full text: Volume (Bd. 3 (1805))

HÄ5=J 47
hülflich seyn, und wenn sic also zu diese: Hülfslci,
siung nicht im Stande sind, weil körperliche Schwa-
che, oder die norhwendige Entfernung von den El,
tcrn ihre Hülfcleisiung an diese unrhunlich macht;
so muß die Unterhaltungspflicht der Eltern ohne Ge-
genvergeltung durch Dienstleistung der Kinder in
Ausübung kommen. Es sind also die Kinder in
dem gedachten $. 254. nicht ohne Unterschied, wie
das Kammergericht annimmt, zur wirthschaftlicheit
Hülfsleisiung an die Eltern verpflichtet, und cs ist
die Behauptung, daß der vorhergehende §. 253. nur
von der Natural-Verpflegung verstanden werden
könne, weil das Landrccht von der im §. 254. aus-
gestellten Regel, daß der Verpflichtete nur Natural»
Aliincnte zu reichen schuldig sey, keine Ausnahme
ausdrücklich mache, nach unserm Dafürhalten ganz
unhaltbar. Der $. 254. all. bezieht sich nicht blos
auf den §. 253. der von dem blos nothdürftigcn
Unterhalte redet, sondern auch auf dem §. 252., wo
von anständigem Unterhalte die Rede ist, und da in
selbigem die obgedachte Regel nicht ausdrücklich fest-
gesetzt ist, ja sogar gegen die von uns zugegebene
Abziehung der Regel der Natural-Ernährung, bei)
dem Verpflichteten aus diesem' 4- 254. sich einwen-
den laßt, daß ein Kind eben sowohl, wie ein Gesell,
Bedienter u. s.w. der Geldzahlung empfangt, in der
Wirthschaft und dem Gewerbe des Unterhaltenden
Hülfe leisten könne, ohne Natural-Unterhalt zu em-
pfangen; so kann man unmöglich verlangen, daß
die Ausnahme ausdrücklicher festgesetzt sepn solle.

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