Full text: Volume (Bd. 3 (1805))

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eine Obduktion des 'Körpers durch Sachver-
ständige geschehen, und
3) daß diese nöthig ist, wenn der Körper in einem
ncugebohrnen Kinde besieht, oder die äußere Be-
sichtigung den mindesten Verdacht erregt, daß.
der Tod durch Vergiftung bewirkt worden, oder
wenn der Tod auch nur wahrscheinlich ans
oder durch vorsätzliches oder schuldbares Zu-
thun eines Dritten erfolgt ist.
Hiernach beantwortet sich Eure Anfrage da-
hin von'selbst, daß, da cs bei offenbar sich^ per ac-
cidens ereignenden Todesfällen keiner Obduction be-
darf, auch kein Bericht an das Criminal - Deports
ment nothwcndig ist, daß aber in allen übrigen'Fäl-
len, bis auf den Selbstmord, die Einsendung der
Acten geschehen muß.
Was nun den Selbstmord betrifft, so iss zwar
nach §. 8. der Verordnung vom Lüsten Mai 1795,
in sofern derselbe auf oder durch kein vorsätzlicher^
oder fschuldbares Zuthun eines Dritten xrfolgt ist,
die Einsendung der Acten hichce nicht erforderlich.
Diese Vorschrift läßt sich indessen schwer anwcnden.
, In vielen Fällen ist es ungewiß, ob der Tod durch
Selbstmord, oder von einem anderen verübt worden;
noch schwieriger ist es, zu bestimmen, ob nicht Miß-
handlung oder andere strafbare Handlungen eines
Dritten den Selbstmord veranlaßt haben, wozu denn
noch kommt, daß in den meisten Fällen zur Rettung
dergleichen unglücklicher Personen Aerzte. oder Chi-
rurgi herbei gerufen werden, mit deren Zuziehung

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