Full text: Volume (Bd. 3 (1805))

daß von einem völlig reinen Civil - Ansprüche eines
Privat - Mannes wider ihn die Rede wäre. Dies'
scheint uns hier aber nicht ganz.der Fall zu seyn.
Eine jede Injurie involvirt die Uebertrctnng ei-
nes Strafgesetzes , sie ist also ein Verbrechen, bey
dessen Ahndung nicht allein das Recht des Gekränk-
ten, sondern auch das Interesse des Staats, welchev
für die Aufrechterhaltung der Ehre und. des CreditZ
seiner.Bürger sorgen muß, in Erwägung kömmt,
weshalb denn auch jedesmal auf die DcsirafuNgl
der Injurianten zur össcntlichcn Genugthuung..er-
kannt wird.
Aus.diesem Gesichtspunkte angesehen, würdv
sich auch in Jnjuriensachen ein Forum delicti com.-
mi'ffi rechtfertigen lassen; damit scheint cs aber im Wi-
derspruche zu sichen, wenn nach Vorschrift der Ge-
setze dergleichen Prozeße im Wege des Civil-Prozes-
ses verhandelt werden sollen.
Inzwischen halten wir dafür, baß durch diese
vorgezeichnete Verfahrungs - Art, als bloße Form,
die Natur und das.Wesen der Injurie als sirafba«
ren Verbrechens nicht geändert werden kann; ineh-
men wir dies aber, an, und als Folge davon, daß
dann bey der Ahndung dieses Vergehens, wenigstens
mittelbar und nach erfolgter Rüge des Beleidigten
das. Interefle publicum verstrcch so finden wir cs
bedenklich, ans diesen vermischten Fall, . Vorschriften
anzuwenden, welche ohne alle Concurrenz nur Iura,
privatorum voraussetzen, und wir bitten daher um
huldreiche Belehrung,

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