Full text: Volume (Bd. 3 (1805))

versprechende neuere Allgemeine Landrecht nicht für
aufgehoben zu achten, und als bloße richterliche Dc-
Hörde würden wir kein Bedenken tragen, dieser Canc-
tion den Vorzug vor dem.Landrecht cinzuräunicn
und zu bestimmen, daß der Werth des zu verschul-
denden Rustical-Gutes in jedem Bcrpfändungsfalle
durch eine gerichtliche Taxe entweder schon ausge-
mittelt sein, oder erst ausgemittelt werden' mäße,
um die Zuläßigkeit der bis zur Hälfte einzutragen-
den Verpfändung beurthcilen zu können. Allein da
hier nicht von der Entscheidung eines Rechtsstreites,
sondern von einer zu bestimmenden gesetzlichen Norm
für das anfragende Untcrgericht die Frage entsteht,
so sind wir um so weniger gemeint, nach dieser
Analogie die Anfrage zu entscheiden, als uns bei
dieser angenommenen Meinung vielfache Inconve-
nienzien zu befürchten zu sein scheinen. Die Auf-
nahme der Taxen von Bauer- und Rustical-Gütern
sind an sich zur Bestimmung des wahre» Werthes
nach der Natur ihrer Objekte nicht so sehr geeignet,
als die gerichtliche Würdigung anderer Grundstü-
cke; sie erfordern verhältnißmäßig einen weit höhe-
ren Kostenaufwand, als andere Gutstaxen, 'und wür-
den, wenn sie jeder Darlehns-Aufnahme eines Land-
manns vorausgchcn sollten, öfters Verzögerungen
veranlaßen, deren nachthciligc Wirkungen nicht leicht
zn berechnen seyn würden. Dahingegen finden wir
bei denen Rustical - Gütern weit weniger de» Fall,
daß der eingetragene Kaufswerth übermäßig hoch
wäre, denn die meisten Erwerbungspreise gründen

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