Full text: Volume (Bd. 3 (1805))

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Zweifelhafter ist die Frage,
II. ob demDominio der Beweis einer, diese Ver-
pflichtung begründenden rechtsgültigen Ob-
servanz, worunter wir jedoch solche verste-
hen, welche in contradictorio bestätiget ist,
oder eines desfalls geschlossenen Vertrages
offen zn lassen?
Die Schweidnitz-Jauersche Landschaft, auf de-
ren Instanz die ganze Sache wieder in Anregung
gebracht ist, nachdem die Haupturbarien-Commiffion
bereits dahin geschieden war, daß die Laudemien-
Gelder von Dcscendcnten durch die kaiserliche Sanc-
tion vom 10. April 1693 für abgeschafft zu achten,
hat allerdings manches für sich, denn
1) stehet ihr das Allgemeine Landrecht Th. i.
„ Tit. 18. §. 719. zur Seite, welches den
Vertrag oder «ine. hergebrachte Gewohnheit
zuläßt; '
2) auch Carpzow in jurisprudentia forensi
const. definitione 22. aussert:
• -valet consuetudo ut- liberi succeden-
tes parentibus, laudemium solvant.
3) haben die schlesischen Oberamts-Regierungen
in ihren Berichten vom *6. Oktober j8oi,
8. Marz 1802 und- 19. März g. I. gleiche
Grundsätze angenommen.
Wäre in der Constitution von 1693. der Laude-
mialgelder namentlich gedacht, so würden weder
Verträge noch Observanzen, als contra legem pro--
Libitivam, dagegen etwas releviren können. Iudes»
Neuei Archiv. 3. Dd§. 3 u. 4-3 Hfr. %

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