Full text: Volume (Bd. 3 (1805))

S?4

hat, wenigstens sich selbst als Gläubiger nach der
Obligation prädicirt. Es ist auch unläugbar , daß
wenn einem Gläubiger dieBefugniß zugestanden wird,
außer den sich stipulirten Zinsen, noch ein Quantum
als Porto-Auslagen sich verschreiben zu lassen, hier-
durch leicht dir wegen des Wuchers bestehende Ge-
setze''umgangen werden können, und daß dann gewiß
niemand des Wuchers schuldig wird befunden wer-
den , da er sich immer mit dem Vergeben, er habe
das Geld von Berlin oder aber weh! gar von wei-
ter entlegenen Orten kommen lassen, und dafür Posi-
porto bezahlen müssen,' würde entschuldigen können;
nach Vorschrift des Allgem. Landrcchts Th. 2. Tit
20. §. 1271—73. '
soll aber niemand höhere Zinsen,' als die Ge-
setze verstalten, nehmen dürfen, und wer- um
diesen Verordnungen ausruweichen, den über-
mäßigen Dortheil' unter irgend einem andern
Namen, oder Geschäft zu verbergen sucht, als
Wucherer bestraft werden.
Nach den Bestimmungen des Allgem. Landrechts
a. a.O. §. 1286. ließe sich zwar folgern, daß einem
jeden der bei Geldgeschäften als Vermittler auftrilt,
gestattet werden müße, sich für seine Mühe einMack-
lerlohn zu bedingey nnd es würde hiernach, wenn
man den Gläubiger nach der im Nebenprotokoll ab-
gegebenen Erklärung als Vermittler annehmen woll-
te , vielleicht die Zurechtbeständigkeit der Verschrei-
bung in Betreff der acl b. gedachten 500 Rthlr.,
wenn auch nur zum Theil gefolgert werden können,

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